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Neue Therapieformen für die Behandlung von Gelenkerkrankungen

am Donnerstag, 28. Januar 2016

lec50021_pressefoto_rheumatologisches_wintersymposiumAm vergangenen Mittwoch hatte das Rheumazentrum Ruhrgebiet zum rheumatologischen Wintersymposium eingeladen. Thema des Abends war die Behandlung und Therapie von Entzündungen im Bereich der Wirbelsäule, sogenannten Spondyloarthritiden.

Nach einer Einführung in das Thema von Prof. Dr. Jürgen Braun, ärztlicher Direktor des Rheumazentrum Ruhrgebiet, berichtete Prof. Dr. Thomas Luger, international renommierter Experte auf dem Gebiet der Schuppenflechte, über die vorliegenden Daten und seine Einordnung und Einschätzung des neuen Biologikums Secukinumab, einem Interleukin 17A-Inhibitor. Dieses Medikament ist seit wenigen Wochen für die Behandlung der verwandten Spondyloarthritiden ankylosierende Spondylitis und die Psoriasisarthritis für den Bereich der Europäischen Arzneimittelagentur zugelassen worden. Secukinumab war bisher nur für die Behandlung von Schuppenflechte, der sogenannten Psoriasis, zugelassen. Dies gilt auch für einen Einsatz als erste Wahl, was vor allem bei sehr schwer betroffenen Patienten der Fall sein wird. Die ankylosierende Spondylitis ist eine chronisch entzündlich rheumatische Erkrankung, die zu Schmerzen und Versteifungen der Wirbelsäule, aber auch an anderen Stellen im Körper wie den Sehnenansätzen und den äußeren Gelenken führt. Letzteres trifft in ähnlicher Weise auch auf die Psoriasisarthritis zu, bei der es allerdings viel häufiger zu Entzündungen der Gelenke, z.B. an Händen und Füßen, kommt. Bei beiden Erkrankungen kommt es auch zum Phänomen der postentzündlichen Knochenneubildung, worunter man die krankhafte Neubildung von Knochensubstanz in Folge einer entzündlichen Erkrankung versteht. Bei der Psoriasisarthritis kann es vor allem aber auch zu einer erheblichen Zerstörung von Knorpel und Knochen kommen. Die drei Vortragenden gaben jeweils ihre weitgehend positive Beurteilung zur klinischen Wirksamkeit des Biologikums bei beiden Erkrankungen ab.

Dr. Xenofon Baraliakos, Leitender Oberarzt im Rheumazentrum Ruhrgebiet, und Prof. Dr. Jürgen Braun, hielten beim amerikanischen Rheumatologenkongress ACR 2015 bereits Vorträge zum Thema Secukinumab vor internationalem Publikum. Diese Themen griffen sie bei der vergangenen Veranstaltung noch einmal auf und konnten somit aktuelle Informationen an die Fachärzte weitergeben. Anschließend bestand Raum zur Diskussion. „Es gibt guten Grund zur Hoffnung, dass unsere Patienten von der Optimierung des Managements dieser komplexen Erkrankung bald profitieren können“, so Prof. Braun.

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