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Ehrendoktorwürde an Helmut Hildebrandt

Der Experte für Gesundheitssystemgestaltung wird für seine Verdienste in der Integrierten Gesundheitsversorgung ausgezeichnet

Universität Witten/Herdecke am 14.04.16

helmut_hildebrandt_foto_optimedis_agDie Universität Witten/Herdecke (UW/H) verleiht Helmut Hildebrandt am 20. April 2016 die Ehrendoktorwürde. Damit würdigt sie die Verdienste des Gesundheitsexperten und -unternehmers im Bereich der Integrierten Versorgung. Darunter versteht man die koordinierte Versorgung der Patientinnen und Patienten auch über die medizinischen Fach-, Berufs- und Sektorgrenzen hinaus. Dazu kooperieren niedergelassene Vertragsärzte und Angehörige anderer Gesundheitsfachberufe, Krankenhäuser, Vorsorge- und Reha-Kliniken in einem meist regionalen Netzwerk. Ziel ist es, durch Koordination und Wissensaustausch die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Patientenversorgung zu verbessern. Durch eine integrierte Versorgung soll es vor allem besser möglich sein, Volkskrankheiten wie etwa Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, chronische Lungenerkrankungen oder Bandscheibenerkrankungen besser und koordiniert zu behandeln.

„In der festen Überzeugung, dass eine integrierte, kooperative Gesundheitsversorgung sich lohnt, hat Helmut Hildebrandt vor mehr als zehn Jahren mit dem Aufbau eines Modellprojektes zur integrierten Gesundheitsförderung und Gesundheitsversorgung in einem regionalen Setting begonnen“, begründet Prof. Dr. Stefan Wirth, Dekan der Fakultät für Gesundheit der UW/H, die hohe und selten vergebene Ehrung. „Als ‚Gesundes Kinzigtal‘ ist dieses innovative Versorgungskonzept inzwischen über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt: Evaluationen belegen die Effekte verschiedener im Kinzigtal erprobter Programmbausteine und zeigen, dass die in das Programm eingeschriebenen Versicherten von einer verringerten Sterblichkeit profitieren und zu geringeren Kosten behandelt werden als vergleichbare, nicht in das Programm eingeschriebene Bürger.“ Dass das Projekt von den Ärzten vor Ort und vielen weiteren Kooperationspartnern im südbadischen Kinzigtal getragen wird, sei der visionären Überzeugungskraft und dem unternehmerischen Mut Helmut Hildebrandts zu verdanken, der als Integrator, Treiber und Kommunikator gewirkt und dabei immer auch die Übertragbarkeit der erprobten Lösungen auf andere Regionen im Auge gehabt habe. Prof. Wirth: „Sein ausgeprägter Gestaltungswille und Einsatz für die Gesundheit großer Bevölkerungsgruppen verdienen ausgezeichnet zu werden. Wir sehen die Universität Witten/Herdecke mit ihrer Historie des Unternehmertums für Bildung in Gesundheit, Wirtschaft und Kultur als den Ort, an dem Innovationen zur patientenorientierten und nachhaltig finanzierten Förderung einer integrierten Gesundheitsversorgung besonders gewürdigt werden sollten.“

Zur Person:
Dr. rer. medic. h.c. Helmut Hildebrandt (*1954) ist Gründer und Vorstand der OptiMedis AG. Der Apotheker verfügt über langjährige Erfahrungen in qualitativer Forschung (Medizinsoziologie) und konzeptioneller Arbeit in Gesundheitsförderung und Organisationsentwicklung.
Er hat viele Jahre für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Temporary Advisor an Präventionsprojekten wie „Healthy Cities“ und „Health Promoting Hospitals“ mitgearbeitet. In seiner Funktion als geschäftsführender Gesellschafter der Hildebrandt GesundheitsConsult GmbH hat er fast 20 Jahre lang Krankenkassen, Verbände, Unternehmen und Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft in Organisation, Strategie und Systementwicklung beraten. 1999 und 2000 war er als Berater der damaligen Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer maßgeblich an der Entwicklung der Integrierten Versorgung in Deutschland beteiligt.

Sein heutiger Schwerpunkt liegt im Aufbau und Management regionaler integrierter Voll-Versorgungssysteme. So ist er seit 2005 Geschäftsführer der Gesundes Kinzigtal GmbH. Als Co-Vorsitzender der Gesundheitspolitischen Kommission der Heinrich-Böll-Stiftung hat Helmut Hildebrandt an den 2013 veröffentlichten Empfehlungen für eine Reform des derzeitigen Anreiz- und Vergütungssystems in Richtung Qualität und Effizienz mitgearbeitet. Er engagiert sich seit mehreren Jahren unter anderem im Vorstand des Bundesverbandes Managed Care und der International Foundation for Integrated Care.

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