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Zahl des Tages

16.280 Euro werden in NRW im Minutentakt für rezeptpflichtige Medikamente ausgegeben

am Dienstag, 10. Mai 2016

Niedergelassene Ärzte haben ihren gesetzlich versicherten Patienten in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2015 Arzneimittel im Wert von rund 8,56 Milliarden Euro verordnet – rein rechnerisch sind das 16.280 Euro pro Minute. Damit bekam jeder Versicherte in NRW im letzten Jahr durchschnittlich rezeptpflichtige Medikamente im Wert von rund 558 Euro – 2014 waren es erst 547 Euro. In den Gesamtausgaben sind Zuzahlungen der nordrhein-westfälischen Versicherten von insgesamt 459 Millionen Euro enthalten, was fast 32 Euro pro Kopf entspricht. Das teilte die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Düsseldorf unter Berufung auf aktuelle Statistiken des GKV-Spitzenverbandes mit.
„Die hohen Ausgaben im Arzneimittelbereich zeigen, wie wichtig weitere Reformen auch bei der Arzneimittelpolitik bleiben“, betonte Günter van Aalst, Leiter der TK-Landesvertretung NRW. „Bisher konnten die durch das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) erwarteten jährlichen Einsparungen von bundesweit rund zwei Milliarden Euro nicht annähernd erreicht werden. Kostentreiber sind vor allem neue und teure Arzneimittel gegen Hepatitis-C und Kombinationstherapien gegen Krebs.“
Problematisch aus Sicht der TK: Im ersten Jahr nach der Marktein-führung, während der Zusatznutzen für einen neuen Wirkstoff im AMNOG-Prozess geprüft wird, können die Pharmahersteller die Preise frei festlegen. „Das hat dazu geführt, dass regelrechte Mondpreise verlangt werden“, erklärte van Aalst.
Die Statistiken sind im Internet unter http://www.gkv-gamsi.de verfügbar.

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