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Fortbildungsveranstaltung für Augenärzte rund ums Thema „Grüner Star“ erfolgreich

4. Bochumer Glaukom-Update diskutierte Therapieoptionen gegen wichtige Erblindungsursache

am Mittwoch, 23. November 2016

Das Glaukom („Grüner Star“) ist eine der gefährlichsten Augenerkrankungen und kann unentdeckt und unbehandelt zur Erblindung führen. Dabei ist die Augenerkrankung mit moderner Diagnostik frühzeitig erkennbar und gut behandelbar. Welche neuen Methoden helfen, das Sehvermögen der Patienten zu bewahren, stellte jüngst das Ärzteteam um Privatdozentin Dr. Stephanie Joachim von der Augenklinik des Universitätsklinikums Knappschaftskrankenhaus Bochum externen Experten aus ganz Deutschland bei einer Tagung vor.

Ein Mikrochip im Auge? Für Patienten der Universitätsaugenklinik Bochum ist es Realität – und eine große Entlastung, um mit dem Glaukom umzugehen. Die Klinik unter Leitung von Prof. Dr. Burkhard Dick ist ein Vorreiter bei der Implantation eines kleinen Sensors, dem Eyemate, der bei Glaukompatienten kontinuierlich den Augendruck misst. Für die Betroffenen ist dies ein extrem wichtiger Wert – wie der Blutzucker für den Diabetiker und der Blutdruck für den Hypertoniker. Die Therapie des Glaukoms zielt darauf ab, den bei den meisten Patienten erhöhten Augeninnendruck zu senken und so die Sinneszellen in Sehnerv und Netzhaut zu schützen. Mit dem kleinen Sensor, der hinter die Iris des Auges eingepflanzt wird und den Patienten weder belästigt noch beim Sehen stört, sind kontinuierliche Druckmessungen zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich. Damit ergibt sich für den behandelnden Augenarzt, dem die Daten telemedizinisch übertragen werden, ein viel umfassenderes Bild als bei den bisher praktizierten Druckmessungen in der Praxis – während der Öffnungszeiten – und die Chance, auf bislang unerkannte Druckschwankungen mit einer Anpassung der Therapie zu reagieren.

Beim Bochumer Glaukom-Update (BoGU) stellte Dr. Inga Kersten-Gomez, Leiterin des Bereichs Glaukom an der Universitätsaugenklinik Bochum, den rund 170 Teilnehmern die neue Technologie vor. Die Veranstaltung fand zum vierten Mal statt und stieß bei denen aus allen Teilen Deutschlands angereisten Augenärzten auf eine gute Resonanz.

Die Bochumer Augenklinik bietet Glaukompatienten neueste diagnostische Verfahren sowie alle Facetten einer Therapie des Glaukoms an. Viele Patienten werden mit Medikamenten, also mit drucksenkenden Augentropfen behandelt, die indes, wie Prof. Dr. Carl Erb aus Berlin auf der Tagung ausführte, oft aufgrund jahrelanger Anwendung Nebenwirkungen haben und ein „trockenes Auge“ auslösen oder verstärken können. Deshalb ist es von hohem Nutzen für die Patienten, dass eine Reihe von effektiven Operationsverfahren zur Verfügung stehen. In Bochum gehören neben den traditionellen Methoden wie die Trabekulektomie (Schaffung eines künstlichen Abflusswegs für das Kammerwasser unter der Bindehaut), auch die neuen, schonenden Verfahren der mikroinvasiven Glaukomchirurgie (MIGS) dazu. Bei diesen minimal-invasiven Eingriffen werden kleine Stents ins Auge implantiert und senken durch eine Verbesserung des Kammerwasserabflusses (der Flüssigkeit zwischen Hornhaut und Pupille) den Augendruck. Dadurch steigen für die Patienten die Aussichten, dass kein weiterer Verlust ihrer Sinneszellen stattfindet – und ein gutes Sehen bis in das hohe Alter erhalten bleibt.

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