Wir können Gesundheit

Hirnschädigungen

Bilderbuch und Kurzfilm helfen Kindern verstehen

am Montag, 21. November 2016

Was ist los im Gehirn, wenn es nicht mehr normal funktioniert? Pip und Milli erklären es kindgerecht.

Nach einer Hirnschädigung, zum Beispiel durch einen Schlaganfall oder eine Verletzung, verändert sich das Leben von Patienten und ihren Angehörigen häufig dramatisch. Schon Erwachsene sind mit den Symptomen oft überfordert. Kinder verstehen erst recht die Welt nicht mehr. Mit einem Kurzfilm zum Thema Gesichtsfeldausfall und einem Bilderbuch über den Schlaganfall haben Neurowissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum (RUB) neue Wege gefunden, um Kindern das Verständnis zu erleichtern.

Das Projekt fügt sich ein in die Bemühungen der Bochumer Neurowissenschaftler, Kindern und Jugendlichen die faszinierende Welt des Gehirns zu erklären und sie für neurowissenschaftliche Forschung zu begeistern. Im Rahmen der Ausstellung zum jährlichen Malwettbewerb der International Graduate School of Neuroscience und des Sonderforschungsbereiches 874 wurden nun Film und Buch zum ersten Mal offiziell vorgestellt.

Kinder-Ratgeber geht an den Start

Informationen über die neuropsychologischen Veränderungen, die nach einer Hirnschädigung auftreten können, einfach zu vermitteln, ist Ziel eines groß angelegten Projektes des Neuropsychologischen Therapie-Centrums unter der Leitung von Prof. Dr. Boris Suchan. Nach einem neuropsychologischen Online-Ratgeber für Erwachsene (www.ratgeber-neuropsychologie.de) geht nun eine Version für Kinder an den Start (www.dein-gehirn.com).

Pip und Milli führen durchs Gehirn

Pip und Milli, zwei Nervenimpulse, erklären kindgerecht und einfach, was im Gehirn passiert, wenn zum Beispiel Papa ständig vor Hindernisse läuft, obwohl er doch eigentlich trotz seines Schlaganfalls noch gut sehen kann. Dieses Phänomen erklärt ein erster Animationsfilm, der in Kooperation mit dem Studiengang Film und Sound an der Fachhochschule Dortmund unter der Leitung von Prof. Dr. Sandra Hacker und dem Fachhochschullabor für Interaktionsfilm Kiu im Dortmunder U unter der Leitung von Harald Opel entstanden ist. Pip und Milli führen durch „Brainpolis“ und zeigen, was im Sehzentrum dieser fiktiven Stadt passiert, wenn ein Patient einen Gesichtsfeldausfall erleidet und infolgedessen nicht mehr alle Teile seiner Umgebung richtig wahrnehmen kann. Das Projekt wird von der Kroschke Kinderstiftung gefördert.

Stau in Opas Kopf

Ebenfalls Teil des Projekts ist das in mehreren Sprachen erhältliche Kinderbuch „Stau in Opas Kopf“. Darin erfährt die Schülerin Frida, dass ihr Opa Gustav einen Schlaganfall hat. In einfachen Worten lernt das Mädchen, was das eigentlich bedeutet und wie sich Opas Leben nun verändert. Entworfen wurde das Buch von RUB-Studentin Monika Owczarek. Unter Betreuung von Boris Suchan und Privatdozentin Dr. Patrizia Thoma schrieb sie darüber ihre Bachelorarbeit an der Fakultät für Psychologie.

Film- und Buchreihe sind geplant

Der Film und das Buch sind der Beginn einer geplanten Reihe. „Wir würden uns sehr freuen, wenn Film und Buch eine breite Öffentlichkeit erreichen“, sagt Boris Suchan, der Initiator des Projektes. „Beide haben natürlich einen sehr ernsten Hintergrund, aber wer genau hinschaut, wird auch das eine oder andere zum Schmunzeln entdecken.“

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