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Promotionsstipendium ermöglichte Forschung an der Technical University of Denmark in Kopenhagen

Medizinstudent Simon Dorfmüller erhielt Dr. Werner-Jackstädt-Stipendium

Universität Witten/Herdecke am 22.11.16

Wie erfolgreich sich das enge Betreuungsverhältnis zwischen Studierenden und Professoren an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) auswirken kann, zeigt sich am Beispiel von Simon Dorfmüller, Humanmedizinstudent im 8. Semester. Dank der intensiven Unterstützung von Professor Dr. Dr. Kurt S. Zänker, dem Leiter des Instituts für Immunologie an der UW/H, konnte Herr Dorfmüller neun Monate an der Technical University of Denmark in Kopenhagen an seinem Promotionsprojekt arbeiten. Prof. Zänker bahnte die Kooperation mit der Universität in Kopenhagen an und empfahl die Bewerbung um ein Promotionsstipendium. Prof. Zänker: „Das größte Kapital der UW/H ist es, die Herzen und Gehirne unserer Studierenden zu erreichen, damit sie aus Empathie und mit fundiertem Wissen der Gesellschaft durch Ihr Studium an der UW/H wieder etwas zurückgeben können: Vom „sidestream“ zum „mainstream“ und zur „prosperity“.“

Die eingereichte Projektbeschreibung überzeugte die Jury für das Promotionsstipendium der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie e.V.

Das „Dr. Werner Jackstädt-DGHO-Promotionsstipendium“ wird einmal im Jahr deutschlandweit an ein Promotionsprojekt auf dem Gebiet der geriatrischen Hämatologie und Onkologie vergeben und ist insgesamt mit einer Fördersumme von 10.000 Euro dotiert. Dieses Stipendium ermöglichte es Herrn Dorfmüller, seine Forschungsarbeit im November vergangenen Jahres am Veterinärmedizinischen Institut der Technical University of Denmark in Kopenhagen unter der Leitung von Associate Professor Sine Reker Hadrup aufzunehmen.

Der Titel des Promotionsprojekts lautet: „Impact of mutation-derived antigens in immune recognition of hematological malignancies, specifically Myeloid Dysplastic Syndrome (MDS)“.
Zum ersten Mal wurde untersucht, ob im Körper von Patienten, die unter einem sogenannten Myelodysplastischen Syndrom (MDS) – einer malignen Erkrankung des Knochenmarks – leiden, eine Immunreaktion des Körpers durch spezielle Immunzellen nachgewiesen werden kann.
Die Erkrankung äußert sich in einer Fehlfunktion des Knochenmarks und daraus entstehenden Störungen der Blutbildung. Die Patienten leiden unter erhöhter Blutungsneigung, Infektanfälligkeit und Abgeschlagenheit. Gefürchtet ist vor allem das Fortschreiten der Erkrankung mit dem Übergang in eine akute Leukämie, die in 30 Prozent der Fälle bei MDS Patienten auftritt. Die bisher einzige kurative Therapieoption ist eine riskante Stammzelltransplantation mit einer hohen Therapie assoziierten Sterblichkeitsrate.

Durch den Nachweis einer Immunreaktion gegen erkrankte Zellen von Krebspatienten eröffnen sich Möglichkeiten für neue therapeutische Konzepte durch die Nutzung der körpereigenen Abwehr. In anderen Bereichen der onkologischen Therapie, etwa für Patienten mit Brust-, Lungen- oder Hautkrebs, wird der Ansatz einer Krebsimmuntherapie bereits erfolgreich klinisch angewendet. Diese Therapieform stellt somit eine neue vierte Säule der Krebsbehandlung neben Operation, Chemotherapie und Bestrahlung dar.

Die vorläufigen Ergebnisse der Arbeit in Kopenhagen geben starke Hinweise darauf, dass auch bei Patienten mit Myelodysplastischen Syndrom eine solche Immunreaktion des Körpers zu identifizieren ist. Daraus könnten sich zukünftig im Rahmen weiterer Forschung ähnliche neue Therapieoptionen eröffnen.

Simon Dorfmüller hatte im Oktober die Möglichkeit, seine vorläufigen Ergebnisse auf der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO, OeGHO, SGMO und SGH) in Leipzig zu präsentieren.

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