Wir können Gesundheit

Maximale Sicherheit für Krankenhaus-Patienten gewährleisten

170 Experten aus deutschen Kliniken bei Fachkongress

am Freitag, 2. Dezember 2016

Im Grundsatz herrscht Einigkeit bei den Experten: Deutsche Krankenhäuser sind sichere Orte für Patienten. Mögliche Risiken – etwa bei Hygiene, Medikation oder Identifikation – konnten in den vergangenen Jahren durch eine Vielzahl von Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich reduziert werden. Das soll so bleiben und sich angesichts neuer Herausforderungen fortsetzen. Wege dazu hat der Kongress „Patientensicherheit: Design & Dialog“ aufgezeigt, der jetzt von der St. Franziskus-Stiftung Münster und der Gesellschaft für Risiko-Beratung (GRB) gemeinsam ausgerichtet wurde. 170 Fachleute aus Kliniken in Deutschland und Österreich – Ärzte, Pflegende, Qualitätsbeauftragte und Geschäftsführer – kamen dazu nach Münster ins Marienhaus, das Veranstaltungszentrum der Stiftung, unter deren Dach 14 Allgemeinkrankenhäuser und Fachkliniken stehen.

„Patientensicherheit ist ein überaus bedeutendes Thema für den gesamten Gesundheitssektor“, betonte Dr. Daisy Hünefeld, Vorstand der Franziskus Stiftung, zur Eröffnung. Die Referenten des Kongresses, darunter Repräsentanten privater und konfessioneller Krankenhausträger, mehrerer Universitäts-Klinika, einer Landesärztekammer sowie von Versicherungen, gewährleisteten eine Pluralität von Perspektiven, so die Ärztin und Krankenhaus-Managerin. „Unsere Anstrengungen treffen sich in dem Ziel, maximale Sicherheit für Patienten zu gewährleisten“, unterstrich Dr. Hünefeld. Eine Aussage, die von Dr. Peter Gausmann von der GRB und Manfred Klocke vom Ecclesia-Versicherungsdienst für Kirche, Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen in ihren Grußworten bestätigt wurde.

Hardy Müller, Geschäftsführer des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V., gab in seinem Eröffnungsreferat Einblick in die Agenda des bundesweit tätigen Bündnisses, zu dem sich Vertreter von Gesundheitsberufen und Patientenorganisationen zusammengeschlossen haben. Man setze sich systematisch beispielsweise mit Themen wie Infektionsprävention, Personalausstattung von Krankenhäusern und Patientenaufklärung auseinander. Auch die Fortentwicklung von Meldeverfahren für sicherheitsrelevante Vorkommnisse, die so genannten Critical Incident Reporting Systems (CIRS), sowie die Digitalisierung im Gesundheitswesen mit der Etablierung von elektronischen Patientenakten und Gesundheitskarten würden unter Sicherheitsaspekten analysiert. Mit der Benennung möglicher Risiken dürfe man Patienten allerdings keine Angst machen, ins Krankenhaus zu gehen. „Denn dann würden sie ihre Gesundheit weitaus größeren Risiken aussetzen“, so Müller.

15 weitere Referate thematisierten anschließend aktuelle Fragen und Themen rund um die Patientensicherheit. So berichtete Dr. Max Schimmele von der Universitätsmedizin Mannheim vom erfolgreichen Aufbau eines völlig neuen Fehler-Meldesystems, das im Anschluss an Hygiene-Probleme entwickelt worden sei. Dr. André Hemping-Bovenkerk vom St. Franziskus-Hospital Münster, stellte das dortige Simulationszentrum „FranziskusSIM“ vor. Angesichts der Tatsache, dass 70 Prozent aller Fehler in Medizin und Pflege auf „menschliches Versagen“ zurückzuführen sind, biete es Ärzten und Pflegenden eine Vielzahl von Trainings-Möglichkeiten unter realistischen Bedingungen. „Wir haben uns entschlossen, ein eigenes Trainingskonzept zu entwickeln und umzusetzen anstatt entsprechende Kurse extern einzukaufen“, so Hemping-Bovenkerk. Damit sei man erfolgreich.

Anja Haak von der Lungenklinik Hemer erläuterte, wie DIN ISO-Normen, die ursprünglich für die produzierende Industrie entwickelt worden seien, auch auf Produkte und Dienstleistungen und damit in den medizinisch-pflegerischen Kontext übertragen werden und dort für mehr Sicherheit sorgen können. Über Sicherheitsindexe und den Umgang mit Risiken bei privaten Krankenhausgruppen berichteten Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg von der Sana Kliniken AG und Detlef Handke von der Ameos-Gruppe. Dr. Ruth Hecker vom Universitätsklinikum Essen berichtete von Erfolgen beim Einsatz von Videofilmen zur Patientenaufklärung.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer vom Vortrag der Rechtsmedizinerin Prof. Dr. Andrea Berzlanovich von der Medizinischen Universität Wien. Sie wies, unterstützt durch kurze Videos, auf wenig bekannte Gefahren hin, die bei der Betreuung insbesondere älterer Menschen entstehen können. Dr. Stefan Ziegler von der Ecclesia Gruppe erläuterte den Einfluss von Mitarbeiterführung im Krankenhaus auf Patientensicherheit. Schließlich zeigten Susanne Eschkötter vom St. Franziskus-Hospital Münster und Winfried Behler von der Franziskus Stiftung, wie Beschwerden von Patienten professionell bearbeitet und nicht zuletzt als nutzbringende Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten verstanden werden können.

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