Wir können Gesundheit

Jahrestreffen des Netzwerkes ‚Arbeit und Gesundheit‘ an der hsg

am Mittwoch, 25. Januar 2017

Das diesjährige Jahrestreffen eines bundesweiten informellen Netzwerkes, welches vom Hamburger Verein ‚Arbeit & Gesundheit‘ organisiert wird, fand vom 20. bis zum 22. Januar 2017 an der Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum statt.

„Wie sichern wir Prävention, ohne zu bevormunden, und wie gewährleisten wir gleichermaßen Selbstständigkeit und soziale Anbindung in der Arbeit?“ – mit diesen Fragen eröffnete Prof. Dr. Anne Friedrichs, Präsidentin der Hochschule für Gesundheit (hsg), das Jahrestreffen. Die Präsidentin nahm damit Bezug auf die aktuellen Entwicklungen, die von atypischen Arbeitsverhältnissen und Digitalisierung geprägt sind und traditionelle Arbeitsschutz- und Gesundheitsförderungsstrategien oftmals außer Kraft setzen. „Was wir brauchen, ist eine geeignete Theorie zur Frage des Wohlbefindens bei der Arbeit, die den Verantwortlichen im Kontext verschiedener Interessenlagen Hilfestellung und Orientierung gibt“, lautete ihre Forderung.

Axel Herbst vom Verein ‚Arbeit & Gesundheit‘ gab einen Rückblick auf die Entwicklung der Jahrestreffen, die in den 1980er-Jahren aus der Gesundheitsladenbewegung entstanden sind. „Trotz oder gerade wegen der massiv gewandelten Rahmenbedingungen ist Eines gleich geblieben: Das Anliegen der Teilnehmer, auf die Humanisierung der Arbeitswelt hinzuwirken“, so Axel Herbst.

Die Frage, wie Arbeit im Zeitalter der Digitalisierung menschengerecht gestaltet werden kann, aber auch welche Widersprüche, verborgenen Konflikte, unbeabsichtigten Folgen und manchmal unbewussten Annahmen mit diesem Anspruch oft verbunden sind, beschäftigte die Teilnehmer*innen im weiteren Verlauf der Tagung.

Diskussionsschwerpunkte waren darüber hinaus arbeits- sowie arbeitsschutzrechtliche Rahmenbedingungen und Grenzen im Kontext von Arbeit 4.0.

Dr. Wolfgang Hien (Forschungsbüro für Arbeit, Gesundheit und Biographie), Dr. Kai Seiler (Leiter des Landesinstituts für Arbeitsgestaltung NRW), Bettina Splittgerber (Hessisches Ministerium Arbeit, Familie und Gesundheit), Prof. Dr. Ralf Pieper (Fachgebiet Sicherheitstechnik / Sicherheits- und Qualitätsrecht, Universität Wuppertal) und Dr. Ulrich Faber (Kompetenzzentrum Arbeitsrecht) hielten Inputreferate. „Ihre Impulse waren anregend und teils provokativ und sorgten so für lebhafte Debatten, die auch über die Tagung hinaus nachhaltig wirksam sein dürften“, fasste Prof. Dr. Gudrun Faller, Professorin für Kommunikations- und Interventionsprozesse im Gesundheitswesen an der hsg, ihre Eindrücke zusammen.

„Inhaltlich passt der Austausch zu diesen Themen sehr gut an die hsg. Denn zum Wintersemester 2017/2018 starten wir mit dem Masterstudiengang ‚Gesundheit und Diversity in der Arbeit‘. Die Zusammenhänge von neuen Arbeitsformen und Gesundheit – insbesondere im Hinblick auf vielfältige Zielgruppen beschäftigen uns derzeit intensiv“, erläuterte Gudrun Faller ihr besonderes Interesse an dieser Veranstaltung.

Die Besichtigung der Zeche Hannover in Bochum habe „sehr plastisch deutlich gemacht“, dass die Region Ruhr bereits auf vielfältige erfolgreiche Erfahrungen mit den Herausforderungen eines mehrfachen Strukturwandels zurückblickt, so Faller. Als einen ersten Schritt hin zu einer Stärkung von Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz im Zeitalter von Arbeit 4.0 trafen die Teilnehmer*innen der Tagung in Bochum konkrete Absprachen, um an diesen Themen zeitnah weiter zu arbeiten.

Die bundesweiten Jahrestreffen „Arbeit und Gesundheit“ werden vom Verein Arbeit & Gesundheit Hamburg e.V. veranstaltet und sind offen für Teilnehmer*innen, die sich mit aktuellen Fragen der Gesundheit bei der Arbeit auseinandersetzen wollen.

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