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Marien Hospital Witten lud zur Patientinnenveranstaltung ein

am Donnerstag, 2. Februar 2017

lec40038_myome__endometriose_und_kinderwunsch_versandBleibt der Wunsch nach einem Kind längere Zeit unerfüllt, kann das verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Endometriose und Myome. Diesem Thema widmeten sich am vergangenen Mittwoch Prof. Dr. Sven Schiermeier, Chefarzt der Frauenklinik und Geburtshilfe des Marien Hospital Witten, und sein Team mit mehreren Vorträgen im Rahmen einer Patientinnenveranstaltung.

Prof. Dr. Sven Schiermeier eröffnete die Veranstaltung mit seinem Vortrag „Von der Homöopathie bis zum Skalpell“, bei dem er auf das ganze Spektrum medikamentöser und operativer Therapien zur Behandlung von Myomen einging. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um gutartige Gewächse, die in der Muskelschicht der Gebärmutter auftreten. Sie können als einzelne Knoten auftreten oder zahlreich in der Gebärmutterwand liegen. Die Erkrankung betrifft zwischen 20 und 50 Prozent aller Frauen. Nicht immer verursachen Myome Beschwerden, doch in einigen Fällen können sie starke Monatsblutungen oder ein Druckgefühl im Bauch auslösen. Myome können, wie auch die Endometriose, für einen unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich sein. „ Es ist wichtig, dass wir über diese Erkrankung sprechen. Es gibt viele Möglichkeiten Myome zu behandeln und somit den Kinderwunsch von Paaren zu erfüllen“, so Prof. Dr. Sven Schiermeier.

Dr. Monika Kostka, Oberärztin der Frauenklinik und Geburtshilfe des Marien Hospital Witten, berichtete über die zweithäufigste, gutartige gynäkologische Erkrankung: Endometriose. Bei dieser Erkrankung bildet sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle. Eierstock, Eileiter, Beckenbauchfell oder die Vagina können genauso befallen sein wie der Dickdarm oder etwa die Harnblase. Endometriose betrifft jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter und kann die Ursache für eine ausbleibende Schwangerschaft sein. „Obwohl Endometriose sich aufgrund der Häufigkeit mit der Volkserkrankung Diabetes vergleichen lässt, ist die Erkrankung kaum bekannt“, stellte Dr. Monika Kostka in ihrem Vortrag fest.

Im Anschluss berichtete Dr. Stephan Schulz, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Schmerz- und Intensivmedizin des Marien Hospital Witten, über aktuelle Strategien zur Behandlung und Schmerzlinderung bei Endometriose. Endometriose macht sich besonders durch Schmerzen bemerkbar. „Es gibt kein Medikament, das eine Endometriose dauerhaft heilen kann. Aber durch eine abgestimmte Therapie lässt sich ein Zustand der Schmerzfreiheit erreichen, was die Lebensqualität der Patientinnen enorm steigert“, so Dr. Stephan Schulz.
Dr. Andreas Neuer vom Kinderwunschzentrum Dortmund informierte ergänzend über Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin. In seinem Vortrag erläuterte er die diagnostischen Möglichkeiten und Methoden der Kinderwunschbehandlung. In vielen Fällen ist es möglich, den Kinderwunsch nach einer Endometriose- oder Myomerkrankung zu erfüllen. Dr. Andreas Neuer wies darauf hin, dass die Zusammenarbeit mit den Reproduktionsmedizinern für Eltern eine Chance ist: „Zusammenfassend kann man sagen, dass ca. 60-80% aller ungewollt kinderlosen Paare durch eine Kinderwunschbehandlung Eltern werden können.“

Im Anschluss nutzten viele Teilnehmerinnen die Gelegenheit, sich mit den Spezialisten des zertifizierten Endometriose- und Myomzentrum auszutauschen.

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