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50 Jahre Tumorklinik in Essen

Jubiläumsfeier mit prominenten Gästen

am Freitag, 10. März 2017

Von links: Dr. Fritz Pleitgen, Deutsche Krebshilfe, NRW-Ministerin Svenja Schulze, Prof. Dr. Jochen Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UK Essen, sowie Prof. Dr. Martin Schuler,

Von links: Dr. Fritz Pleitgen, Deutsche Krebshilfe, NRW-Ministerin Svenja Schulze, Prof. Dr. Jochen Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UK Essen, sowie Prof. Dr. Martin Schuler

Eine Spezialklinik für die Diagnose und medikamentöse Behandlung von Krebserkrankungen: Das war noch bis Mitte der sechziger Jahre in Deutschland unbekannt. Bis 1967 – denn dann wurde die Innere Klinik (Tumorforschung) am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) gegründet. Heute feierten rund 250 geladene Gäste, darunter Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, der Präsident der Stiftung Deutschen Krebshilfe, Dr. h.c. Fritz Pleitgen, und der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otmar D. Wiestler, im Rahmen einer großen Festveranstaltung das 50-jährige Bestehen der Klinik. Doch auch aktuelle Weiterentwicklungen der Krebsmedizin werden im Rahmen der Feierlichkeiten beleuchtet – bei einem hochrangig besetzten internationalen Symposium der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE), das morgen stattfindet. Hier stellen führende Krebsforscher vor, wie sich Forschungserkenntnisse in verbesserte Behandlungen für Patienten umsetzen lassen.

Krebserkrankungen sind heute allgegenwärtig: Statistisch gesehen erkrankt jeder dritte Deutsche im Laufe seines Lebens an Krebs. Mehr als die Hälfte der Patienten werden geheilt, dennoch sind die verschiedenen Krebserkrankungen zusammengenommen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Chemo- und Immuntherapien oder Knochenmarktransplantationen werden heute selbstverständlich zur Behandlung dieser tückischen Krankheit eingesetzt – vor 50 Jahren war dies noch nicht so. Die 1967 gegründete Essener Tumorklinik war in Deutschland die erste Klinik, die sich ausschließlich mit der Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen befasste.
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: “Krebspatienten sind auf eine gute Behandlung nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen angewiesen.

Seit ihrer Entstehung setzt sich die Essener Tumorklinik für eine umfassende Versorgung von Krebskranken ein. Sie hat Behandlungen mitentwickelt, die heute in vielen Krankenhäusern medizinischer Standard sind. Damit ist die Arbeit der Klinik wegweisend für die Krebsbehandlung in Deutschland.“ Und Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Forschung und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, ergänzt: „Als Teil des Westdeutschen Tumorzentrums hat die Innere Klinik (Tumorforschung) die Entwicklung der Onkologie in Deutschland mitgeprägt. Wir sind stolz darauf, dass eine Einrichtung aus dem Herzen des Ruhrgebiets und damit des Landes NRW eine solch entscheidende Rolle dabei gespielt hat und auch weiter spielen wird, vielen Menschen im Kampf gegen Krebs zu helfen“, so Svenja Schulze.

Das Jubiläum der Essener Tumorklinik ist auch für Prof. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UK Essen, ein ganz besonderes: „Die Onkologie ist seit vielen Jahren ein herausragender Schwerpunkt der Universitätsmedizin Essen. Viele wichtige Entwicklungen und Impulse in Forschung und Therapie von unterschiedlichsten Krebserkrankungen sind von hier ausgegangen – und wir arbeiten täglich daran, dass dies auch in den nächsten Jahrzehnten der Fall ist.“ Dazu beschreiten die Ärztinnen und Ärzte der Inneren Klinik (Tumorforschung) und gemeinsam mit weiteren Kliniken und Instituten der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen am Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) des UK Essen neue Wege: die Entwicklung „zielgerichteter“ Medikamente. Sie können bereits heute das Tumorwachstum direkt oder durch Aktivierung des Immunsystems hemmen.

„Wir entwickeln unsere Diagnose- und Behandlungsverfahren ständig weiter“, erläutert Klinikdirektor Prof. Dr. Martin Schuler: „Jedem Patienten wird eine auf ihn abgestimmte chirurgische, medikamentöse und radiologische Therapie angeboten. Je mehr wir wissen, wie Tumore entstehen und wie sich eine Therapie auf das Tumorwachstum auswirkt, desto besser kann jede Behandlung passgenau zugeschnitten werden.“
Die Innere Klinik (Tumorforschung), die gemeinsam mit der Klinik für Strahlentherapie die „Keimzelle“ des 1977 gegründeten WTZ war, behandelt heute mit weiteren 19 Kliniken jährlich insgesamt 70.000 Patienten – viele davon in der 2008 eröffneten Ambulanz des WTZ.

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