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Experten-Workshop gegen den Schlaganfall

Mediziner trainieren an Gefäß-Simulatoren

Klinikum Dortmund gGmbH am 15.03.17

Gruppenbild mit Referenten: Prof. Dr. Klaus Mathias, Asklepios Klinik Hamburg, Prof. Dr. Olav Jansen, Universitätsklinikum Kiel, Prof. Dr. Stefan Rohde, Klinikum Dortmund, Prof. Dr. Werner Weber, Universitätsklinikum Bochum

Gruppenbild mit Referenten: Prof. Dr. Klaus Mathias, Asklepios Klinik Hamburg, Prof. Dr. Olav Jansen, Universitätsklinikum Kiel, Prof. Dr. Stefan Rohde, Klinikum Dortmund, Prof. Dr. Werner Weber, Universitätsklinikum Bochum

Bei einem Schlaganfall kommt es zu einem Verschluss eines Hals- oder Hirngefäßes: In kurzer Zeit sterben Millionen von Gehirnzellen ab. Um die verstopften Gefäße wiederzueröffnen, werden neben der medikamentösen Therapie zunehmend auch operative Verfahren eingesetzt, bei denen dünne Schläuche durch kleine Schnitte von der Leistengegend bis zum Kopfbe-reich des Patienten eingeführt werden und als Arbeitskanal dienen. In ei-nem Workshop unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Rohde, Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie am Klinikum Dortmund, tausch-ten sich in der vergangenen Woche über 80 Experten aus dem deutsch-sprachigen Raum im Dortmunder U über Behandlungsmöglichkeiten beim akuten Schlaganfall aus. An Gefäß-Simulatoren konnten die Teilnehmer zu-dem moderne OP-Techniken trainieren.

Am Klinikum Dortmund werden jährlich etwa 200 Schlaganfallpatienten mit dem innovativen Katheter-Eingriff (der sogenannten „Thrombektomie“) behandelt. Die-ses Verfahren kommt immer dann zur Anwendung, wenn große hirnversorgende Gefäße betroffen sind. Der Grund: Bei einfachen Schlaganfällen können die ver-stopften Gefäße durch ein Medikament gelöst werden, bei schweren Schlaganfäl-len profitieren nur etwa 10 Prozent der Patienten von der medikamentösen Be-handlung. „Mit der Thrombektomie können wir bei über 90 Prozent der Patienten das verschlossene Hirngefäß wiedereröffnen, sodass viele ohne Einschränkun-gen weiterleben können“, so Prof. Rohde.

Halsschlagader bei jedem zehnten Schlaganfallpatienten verstopft

Bei jedem zehnten Patienten liegt die Ursache für den Schlaganfall in einer Eng-stelle der Halsschlagader, die dann im Notfall zuerst behandelt werden muss. Das ist unter Zeitdruck oft kompliziert und setzt gute Kenntnisse im sogenannten Karotisstenting voraus. Dabei wird ein dünner Katheter über die Beinschlagader bis zu den Halsgefäßen geführt – der Operateur kontrolliert den Eingriff über eine Röntgen-Kamera. Dieser Schlauch dient als Arbeitskanal, durch den ein kleines Metallgitterröhrchen – der „Stent“ – in das eingeengte oder verschlossene Gefäß eingebracht werden kann. Zusätzlich wird das Gefäß durch einen Ballon aufge-dehnt, woraufhin das Blutgerinnsel entfernt wird. Am Klinikum Dortmund wird die-ser Eingriff seit Jahrzehnten sehr häufig und sicher durchgeführt. „Dieses Wissen wollen wir durch unseren Workshop an unsere Kollegen weitergeben“, so Prof. Rohde. Bei dem Kongress im Dortmunder U konnten die Teilnehmer mit Exper-ten schwierige Fälle diskutieren und die Operationstechniken an Gefäß- Simulatoren unter Anleitung von Radiologen aus dem Klinikum Dortmund üben.

Gehirnzellen werden schneller wieder mit Sauerstoff versorgt

„Der Vorteil dieser Methode besteht in der raschen Wiedereröffnung der hirnver-sorgenden Gefäße, wodurch das unterversorgte Hirngewebe schneller wieder mit Blut versorgt wird“, so Prof. Rohde. Aufgrund der engen Verknüpfung von Neuro-logen, Neurochirurgen und Neuro-Radiologen im Klinikum gilt das Schlaganfall-zentrum des Klinikums Dortmund als Vorreiter bei diesem Verfahren. Internatio-nale Studien belegen, dass die minimal-invasive Schlaganfallbehandlung sinnvoll ist. Das Klinikum Dortmund beteiligt sich aktuell an weiteren Studien, um die Be-handlung für unterschiedliche Patientengruppen weiter zu verbessern

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