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Gefäßchirurg aus Mülheim hat eine Implantation in Hongkong begleitet

Als Experte begleitete er Kollegen bei dem Eingriff

am Donnerstag, 23. März 2017

Die Implantation, die Dr. Stehr (grünes Hemd) begleitet hat, stieß auf großes Interesse bei den Gefäßchirurgen in Hongkong.

Die Implantation, die Dr. Stehr (grünes Hemd) begleitet hat, stieß auf großes Interesse bei den Gefäßchirurgen in Hongkong.

Privatdozent Dr. Alexander Stehr, Chefarzt der Gefäßchirurgischen Klinik des Evangelischen Krankenhauses Mülheim (EKM), implantiert schon seit acht Jahren Aortenprothesen. In Hongkong begleitete er Kollegen, die darin noch nicht so viel Routine haben, als Experte bei dem Eingriff.

„Es war eine sehr gute Zusammenarbeit“, sagt Dr. Stehr über seinen Aufenthalt in Hongkong. Die Gefäßchirurgen haben bei dem Eingriff eine speziell für den Patienten nach individueller Anatomie hergestellte Aortenprothese implantiert. Diese Methode kommt bei einer Aussackung der Hauptschlagader (Aorta) in Kombination mit ungünstiger Anatomie zum Einsatz. „Ich habe nicht aktiv mitgearbeitet, sondern Ratschläge oder Erklärungen gegeben, wenn ich gefragt wurde“, erklärt Dr. Stehr seine Rolle. Er sei aber jederzeit bereit gewesen, einzugreifen. Auch in Deutschland müssen Gefäßchirurgen zunächst bei mehreren Operationen dieser Art durch erfahrene Experten wie Dr. Stehr begleitet werden, bevor sie die Implantationen alleine durchführen dürfen.

Der Eingriff ist nicht ganz einfach: Auf Grundlage einer Computertomographie (CT) wird eine Prothese speziell für den Patienten geplant und gebaut, die in einem minimalinvasiven Eingriff über die Leistenarterien und/oder die Armarterien eingeführt wird. „Es ist wichtig, dass diese fenestrierte Prothese in Höhe und Rotation genau passt“, sagt Dr. Stehr. Fenestriert bedeutet, dass die Prothese kleine Fenster hat, durch die die Arterien geführt werden. „Das ist die Herausforderung. Sitzt die Prothese ein paar Millimeter zu hoch oder stimmt die Rotation nicht, sind die Fenster nicht an den Stellen, an denen die Arterien abgehen.“ Der Eingriff in Hongkong Ende Februar habe knapp fünf Stunden gedauert und die Kollegen vor Ort hätten großes Interesse gezeigt, so Dr. Stehr. Bei einer solchen Implantation seien normalerweise drei Personen im OP-Saal, dort waren es bis zu 21. „Die Kollegen haben sehr gute Arbeit geleistet und waren sehr höflich.“

Am EKM führt Dr. Stehr die Implantationen von individuellen Prothesen seit 2009 durch. „Im asiatischen Raum ist das aber ziemlich neu“, erklärt der Chefarzt. Die Methode, individuell auf den Patienten angepasste fenestrierte Aortenprothesen zu implantieren, gibt es im europäischen Raum seit rund zehn Jahren. „In Deutschland machen das allerdings nur wenige große Zentren“, so Dr. Stehr.

Auch von Hongkong selbst war der Chefarzt beeindruckt. „Es ist alles so gigantisch“, erzählt er. Viel Zeit habe er zwar nicht gehabt, sich umzuschauen, aber besonders die Märkte haben ihn fasziniert. „Was man da alles zu essen kaufen konnte, noch lebende Aale zum Beispiel, das war schon eine Erfahrung.“

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