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Medizinischer Fortschritt im Marien Hospital Witten

Gebärmuttereingriff ohne Skalpell und Narben

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 05.04.17

Die beiden Experten Prof. Dr. Sven Schiermeier (l.) und Dr. David Toub neben dem Sonographie-Bild anhand dessen das Myom lokalisiert und entfernt wird.

Die beiden Experten Prof. Dr. Sven Schiermeier (l.) und Dr. David Toub neben dem Sonographie-Bild anhand dessen das Myom lokalisiert und entfernt wird.

Chefarzt Prof. Dr. Sven Schiermeier und sein Team der Frauenklinik und Geburtshilfe des Marien Hospital Witten bieten eine neue Behandlungsmethode für Patientinnen mit Myomen, also Wucherungen in der Gebärmutter, an. Zum fachlichen Austausch war jetzt der Entwickler aus den USA zu Gast in Witten.
Bei Myomen handelt es sich um gutartige Geschwulste in der Gebärmutter, von denen jede zweite bis dritte Frau betroffen ist. Myome können in unterschiedlichen Bereichen der Gebärmutter vorkommen, wie z. B. in der Gebärmutterwand oder in der Gebärmutterhöhle. „Nur etwa 15 Prozent der Betroffenen klagen über Symptome wie Schmerzen oder sehr starke Regelblutungen. Verursachen sie keine Beschwerden, werden Myome oft nur zufällig während einer Routineuntersuchung mit einem Vaginal-Ultraschall entdeckt“, so Prof. Schiermeier. „Da unsere Frauenklinik auf die Diagnostik und Behandlung von Myomen spezialisiert ist, bieten wir unseren Patientinnen verschiedene konservative und operative Therapien an. Die Schwerpunkte unseres Myomzentrums sind vor allem schonende gebärmuttererhaltende Behandlungsmethoden“, berichtet der Chefarzt der Frauenklinik und Geburtshilfe.

Dazu zählt auch die Sonata©-Behandlung, die ein gebärmuttererhaltendes Verfahren zur Zerstörung eines Myoms ist, das keine Schnitte benötigt. Der Entwickler Dr. David Toub aus den USA erklärt, wie die 10 – 15 minütige Behandlung verläuft: „Zunächst führt der behandelnde Arzt vaginal eine Sonde in die Gebärmutter ein. Diese Sonde gibt dann Ultraschallwellen ab, um die Position des Myoms zu ermitteln. Ist es lokalisiert, wird Radiofrequenzenergie abgegeben, die es schrumpfen lässt. Im Anschluss bildet sich das Myom zurück.“

Die neue Methode komplettiert das Behandlungsspektrum der Frauenklinik des Marien Hospital Witten und hat zudem viele Vorteile: „Die Schallwellen, die die Sonde abgibt, werden über einen kurzen Zeitraum besonders heiß. Dadurch schrumpfen die Geschwulste schneller, was zu weniger Schmerzen bei den Patientinnen führt“, erklärt Prof. Schiermeier. Darüber hinaus kann dieses schnittfreie Verfahren auch dann angewendet werden, wenn Patientinnen Kaiserschnittnarben oder Adipositas haben. Die Kosten für die Sonata©-Behandlung werden von der Krankenkasse übernommen. „Besonders erfreulich ist, dass wir nun die Möglichkeit dazu haben, vielen Frauen mit einer Methode zu helfen, die ganz ohne Schnitte auskommt und somit keine Narben entstehen. Dadurch hinterlässt der Eingriff keinerlei sichtbare Spuren. Auch das Ausbleiben postoperativer Schmerzen führt dazu, dass die Patientinnen schnell wieder fit sind“, erklärt der Wittener Experte.

„Nach 10 Jahren Entwicklung ist es schön zu sehen, dass weltweit schon über 350 Patientinnen erfolgreich mit Sonata© behandelt wurden und von der Entwicklung dieser speziellen Sonde profitieren, die eine optimale Bildgebung und dadurch eine gezielte Behandlung der Myome ermöglicht“, so Dr. Toub. Abschließend fügt der Experte aus den USA noch hinzu: „Ich freue mich außerdem über die enge Zusammenarbeit mit Prof. Schiermeier und seinem Team der Frauenklinik. Der regelmäßige Austausch ermöglicht eine fortlaufende Verbesserung und Optimierung der Behandlung von Patientinnen mit der Sonata©-Methode.“

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