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Neuer AOK Vertrag über Versorgung mit Hilfsmitteln zur Beatmungstherapie

Lebenswichtige Details für Kinder und Jugendliche nicht ausreichend berücksichtigt

rehaKIND e.V. am 11.04.17

Die AOK NordWest, Dortmund, hat für ihre Versicherten mit Beatmungsbedarf einen neuen Vertrag mit Wirkung zum 15. April 2017 geschlossen.

Aus Sicht von rehaKIND e.V. ist grundsätzlich positiv zu bewerten, dass es einen monatlichen sogenannten „Kinderzuschlag“ geben soll, um die besonderen Bedarfe der jungen Patienten zu berücksichtigen.
Allerdings ist dieser nicht aufwandsgerecht: So wird beispielsweise im Vertrag eine Zusatzpauschale für die „aktive Atemgasbefeuchtung“ vereinbart; eine Position und Leistung, die sehr oft bei Kindern und im Vergleich zu Erwachsenen wesentlich häufiger erforderlich ist. Dieses wird erheblich zu gering vergütet. Grundsätzlich nimmt die Erfüllung und die Überprüfung der besonderen Anforderungen und Qualifikationen von Kinderbeatmung kaum Raum ein. Auch wurden die besonderen Anforderungen an die Mobilität für Kinder und Jugendliche nicht hinreichend berücksichtigt. Sollten z.B. externe Akkus, die für den Betrieb des Beatmungsgerätes bei Mobilität (Schul-; Kindergartenbesuch) erforderlich sind, eingesetzt werden, sind diese in der Grundpauschale enthalten. Somit ist auch hier keine ausreichende Vergütung vertraglich vorgesehen.

Möglicherweise liegt es daran, dass der Vertrag aus „Komfortgründen“ mit einem Vertragspartner besprochen wurde, der offensichtlich seinen Fokus nicht im Kinderbereich hat und deshalb bereit war, diese „mangelhaften“ Vertragspositionen zu akzeptieren. Die Auswirkungen tragen die Kinder, Jugendlichen und Familien, sowie die qualifizierten Versorger von beatmeten Kindern und Jugendlichen. Die Mitglieder der rehaKIND-AG Kinderbeatmung können nun (bis 15.04.17) beitreten.

Der Verein rehaKIND hatte zuvor der AOK NordWest Gespräche angeboten, um für Kinder „über-lebenswichtige Themen“ wie eine Kinderpauschale „Befeuchtung“ oder auch „Versorgung mit Sauerstoff“ im Detail darzustellen. Andere Kostenträger haben diese „internen“ Informationen zur Kinderversorgung begrüßt, den besonderen Bedarf erkannt und diesen auch in Verträgen umgesetzt.

Angesichts dieser Vergabestrategie befürchtet die Internationale Fördergemeinschaft rehaKIND, dass die komplexe Kinderversorgung mit Befeuchtung und Sauerstoff und der so wichtigen Mobilität insgesamt unter die Räder gerät. Die AOK NordWest setzt mit den bereits abgeschlossenen Verträgen ein schlechtes Signal für die individuelle und qualifizierte Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

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