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Personalisierung in der Strahlentherapie

BMBF fördert translationale Forschung

am Donnerstag, 11. Mai 2017

Mit rund vier Mio. Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)in den kommenden fünf Jahren einen bundesweiten Forschungsverbund, um neue Möglichkeiten zur personalisierten Strahlentherapie von Tumoren im Kopf- und Halsbereich zu erkunden. Zu den Verbundpartnern gehört auch das Institut für Zellbiologie (Tumorforschung, IFZ) der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen. Insgesamt sind sechs Partnerinstitutionen an vier verschiedenen Standorten beteiligt.

Kopf-Hals-Tumoren umfassen verschiedene Krebsarten, die in dieser Körper-Region auftreten, wie beispielsweise der Mundhöhlen- oder Rachenkrebs. Ein zentraler Bestandteil der komplexen Behandlungsstrategien ist die Strahlentherapie – allein oder in Kombination mit einer Operation und/oder einer Chemotherapie. Schwierigkeiten ergeben sich allerdings, wenn die Tumoren nicht ausreichend auf die Bestrahlung ansprechen („Strahlenresistenz“) oder das Normalgewebe überempfindlich reagiert und die auftretenden Nebenwirkungen ein Fortsetzen der Therapie erschweren.

„In diesem Spannungsfeld setzt die Forschung des neuen Verbundprojektes ZiSStrans an“, erklärt Prof. Dr. Verena Jendrossek, Leiterin der Arbeitsgruppe Molekulare Zellbiologie am IFZ und Sprecherin des lokalen Graduiertenkollegs zum Thema Strahlenforschung. „Unser Ziel ist es, mithilfe präklinischer Studien molekulare Signalwege und Zielstrukturen der Strahlenantwort in Tumorzellen und Zellen von Normalgeweben zu identifizieren und anschließend an Gewebeproben aus Patientenstudien zu überprüfen.“

„Vor allem aus dem Vergleich der Strahlenantwort zwischen Tumor- und Normalgewebe erhoffen wir uns neue, wichtige Erkenntnisse, denn die Strahlenempfindlichkeit des umliegenden gesunden Gewebes kann den Behandlungserfolg erschweren“, erklärt Jendrossek. „Durch das Verständnis von Signalnetzwerken in bestrahltem Tumor- und Normalgewebe wollen wir nach neuen Möglichkeiten suchen, wie wir eine Strahlenresistenz im Tumor durch molekulare Wirkstoffe zielgerichtet vermindern können, ohne dadurch die Empfindlichkeit des Normalgewebes zu steigern.“

Ein weiteres Ziel ist, molekulare Marker zu identifizieren, mit denen bereits vor der Strahlenbehandlung vorhergesagt werden kann, ob der Patient von der geplanten Maßnahme profitieren kann oder nicht. So soll die wissenschaftliche Basis für eine personalisierte Strahlentherapie verbessert werden. „Wir wollen künftig mit hoher Sicherheit sagen können, ob ein Patient auf die Therapie ansprechen wird oder Nebenwirkungen zu erwarten sind, so dass man rechtzeitig andere Optionen erwägen muss“, sagt der Verbundkoordinator Prof. Horst Zitzelsberger vom Helmholtz Zentrum München.

Neben der Arbeitsgruppe von Professorin Verena Jendrossek ist auch PD Dr. Diana Klein mit ihrer Nachwuchsgruppe am IFZ beteiligt. Darüber hinaus sind folgende Partner in das Projekt eingebunden:

  • Helmholtz Zentrum München, Abteilung Strahlenzytogenetik
  • Klinikum der Universität München (Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie)
  • Klinische Kooperationsgruppe „Personalisierte Radiotherapie von Kopf-Hals Tumoren“ zwischen der Klinik für Strahlentherapie & Radioonkologie,
  • Klinikum der Universität München und der Abteilung Strahlenzytogenetik, Helmholtz Zentrum München
  • Universitätsklinikum Freiburg (Klinik für Strahlenheilkunde)
  • Charité-Universitätsmedizin Berlin (Institut für Pathologie)
  • Bundesamt für Strahlenschutz Neuherberg (AG Biologische Strahlenwirkungen)

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