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Umdenken bei der Händedesinfektion

Große Resonanz auf innovatives Keimschranken-Konzept

am Dienstag, 23. Mai 2017

Keimschranke im EKMSeit Jahren ist der Hygiene-Tag der Weltgesundheitsorganisation ein wichtiger Termin für Krankenhäuser. Auch in der vorigen Woche hatte Gabriele Kantor daher wieder mit dem einschlägigen Infomaterial Stellung bezogen im Foyer des Evangelischen Krankenhauses. Doch dieses Mal war das Interesse größer, waren die rund 500 Gespräche, die Kantor und ihr Team mit Besuchern und Patienten geführt haben, intensiver. Die Leiterin des klinischen Hygienemanagements registriert ein Umdenken. „Infektionsprävention beginnt im Kopf, es scheint angekommen zu sein, dass der Schutz vor Infektionen und multiresistenten Keimen nicht nur Aufgabe des Krankenhauspersonals ist, sondern alle angeht.“ Kantor führt das auch auf die erfolgreiche Umsetzung des Keimschranken-Konzepts zurück.

Seit Anfang des Jahres sind die Krankenhäuser der Ategris in Mülheim und Oberhausen mit auffälligen Folien beklebt, die auf die Spender mit Desinfektionsmitteln hinweisen. Zeitgleich wurde die Seite keimschranke.de freigeschaltet, die in verständlicher Sprache alle Informationen zu Hygiene, Keimen und Antibiotika enthält. „Wir wollten die Aufforderung von den Erklärungen trennen“, sagt Ines Kruse von der Unternehmenskommunikation der Ategris. So viel Appell wie möglich und so viel Hintergrundwissen wie nötig, auf diese Weise will die Krankenhausgesellschaft erreichen, dass „Händedesinfektion beim Betreten eines Krankenhauses so selbstverständlich wird wie das Anschnallen im Auto.“

Idee und Internetseite hat die Ategris ausdrücklich zur Weiterverwendung freigegeben. Das Doc- Net, das Netzwerk der niedergelassenen Ärzte, hat das bereits getan. Der innovative Ansatz aber darf nicht auf die Gesundheitsbranche beschränkt bleiben, mahnt Jutta Kruft-Lohrengel. Bei einer Veranstaltung des Marketing Club Ruhr wünschte sich die Präsidentin der IHK für Essen, Mülheim und Oberhausen, die Idee könnte „zum Standard in ganz Deutschland werden“.
Tatsächlich haben die ersten Firmen aus ganz anderen Branchen schon angefragt, berichtet Kruse. „Ein großer gewerblicher Betrieb zum Beispiel möchte über das Keimschranken-Konzept seine Mitarbeiter und Besucher zu häufigerer Händedesinfektion animieren.“ Ohne große Erklärungen und ohne mahnenden Zeigefinger.

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