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Erfinderpreis 2017

Europäisches Patentamt ehrt automatisierte Methode zur Erkennung von Malaria

am Donnerstag, 15. Juni 2017

Die Gewinner (c) Europäisches Patentamt

Die Gewinner (c) Europäisches Patentamt

Das Europäische Patentamt hat den niederländischen Produktmanager Jan van den Boogaart (57) von Siemens Healthineers und seinen österreichischen Forscherkollegen Prof. Dr. Oliver Hayden (45) mit dem Erfinderpreis 2017 ausgezeichnet. Gemeinsam entwickelten sie eine Methode zur automatisierten Erkennung von Malaria. Dank der patentierten Methode könnten in Zukunft Malaria-Tests auf dem Advia 2120i Hematology System im Rahmen eines Blutbildes automatisiert durchgeführt werden.

„Die Methode basiert auf der Auswertung bereits vorhandener Datenmengen. Ich bin davon überzeugt, dass wir dieses Potential ausschöpfen können, um in Zukunft hämatologisch mehr zu erkennen, als wir uns bisher vorstellen konnten“, sagt van den Boogaart. Eine Malaria-Infektion hinterlässt Spuren im Blut. Um diese zu erkennen, werden spezifische Parameter als Teil der Blutanalyse gemessen. Van den Boogaart verglich Blutproben von Nicht-Infizierten mit denen Malaria-Infizierter aus Südafrika. Die Daten sammelte er in einer großen Excel-Datei, neben den Messdaten, die das Advia 2120i Hematology System ausgibt. Van den Boogaart und Hayden, der selbst zehn Jahre für Siemens Healthineers tätig war, identifizierten daraufhin eine Kombination aus Parametern, die bestimmt, ob ein Patient an Malaria leidet ─ daraus entwickelten sie die Methode für das Advia 2120i Hematology System.

Wie es bei Medizinprodukten üblich ist, folgen nun nach der Entwicklungsphase umfassende klinische Studien. Das Ende der Forschungen ist damit dennoch nicht erreicht. „Wir sammeln derzeit weitere Proben, um zu untersuchen, ob die Methode prinzipiell auf andere Krankheitserreger angewendet werden kann“, fügt der Hämatologie-Spezialist van den Boogaart hinzu. Die automatisierte Detektion von Malaria gibt einen Ausblick darauf, was noch möglich sein kann. In der Kategorie „Industrie“ werden jährlich herausragende und erfolgreiche Technologien geehrt, für die europäische Großunternehmen Patente erhalten haben. Mit der Verleihung des Erfinderpreises würdigt das Europäische Patentamt engagierte Menschen, die durch neue Ideen und hohen Einsatz den technologischen Fortschritt vorantreiben. Auch Dr. Torsten Niederdränk, Leiter des Technology Centers von Siemens Healthineers, weiß wie wichtig eine solche Anerkennung ist: „Erfindungen wie diese erfordern viel Kreativität und Leidenschaft, aber natürlich auch Arbeit. Engagierte Mitarbeiter, die sich auch über ihr Aufgabenfeld hinaus für die Forschung einsetzen, treiben unsere Innovationen voran.“

Siemens Healthineers blickt auf eine 120jährige Innovationsgeschichte zurück. Rund 7.660 Mitarbeiter, 17 Prozent des gesamten Unternehmens, arbeiten in Forschung und Entwicklung (F&E) an innovativen Neuerungen. Als führendes Unternehmen der Medizintechnik entwickelt Siemens Healthineers sein Produkt- und Serviceportfolio stetig weiter und investierte allein im vergangenen Geschäftsjahr eine Milliarde Euro in F&E. In 2016 wurden 1.600 neue Erfindungen angemeldet. Weltweit verzeichnet Siemens Healthineers 12.500 Patente. Das Ziel von Siemens Healthineers ist, Gesundheitsversorger weltweit dabei zu unterstützen, aktuelle Herausforderungen zu meistern und sich in ihrem jeweiligen Geschäftsumfeld weiterzuentwickeln.

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