Wir können Gesundheit

IAT und WIGE beim Hauptstadtkongress

am Dienstag, 27. Juni 2017

Die Aktivitäten des Instituts Arbeit und Technik (IAT) sowie des Westfälischen Institut für Gesundheit (WIGE) der Westfälischen Hochschule konnten beim Hauptstadtkongress (HSK) Medizin und Gesundheit 2017 erfolgreich eingebracht werden. Im Rahmen eines Fachforums „Medizin und Pflege im Umbruch: Aus- und Weiterbildung vor der Neujustierung“ berichtete Prof. Dr. Josef Hilbert aus seiner langjährigen Forschungsarbeit zur Berufsbildungspolitik.

Das duale Berufsbildungssystem in Deutschland ist eine überragende Stärke des Standort D. Davon macht aber der ´riesengroße´ Pflegeberuf keinen Gebrauch, sondern dort wird die Ausbildung vorwiegend durch Vorgaben aus der Politik und Ministerialverwaltung gesteuert. „Es ist illusorisch, hier grundlegende Änderungen zu erwarten. Von den grundlegenden Prinzipien der dualen Ausbildung kann Pflege aber dennoch profitieren: Konsensorientiertes Einbinden der organisierten Sozialparteien, eine systematisch angelegte gestaltungsorientierte Zusammenarbeit zwischen Praxis, Politik und Wissenschaft, Aufbau eines kontinuierlichen Ergebnismonitorings mit einer transparenten Austauschplattform – das sind wichtige Lehren aus dem Erfolgsmodell duale Berufsbildung in Deutschland, die für die Zukunft der Pflegeausbildung fruchtbar gemacht werden können.“

IAT und WIGE haben im Rahmen des Projektantrags „Connect.Emscher.Lippe“ der Westfälischen Hochschule ein Teilprojekt „Smart Reha“ an den Start gebracht. Michael Poschmann, Geschäftsführer der Wessel-Gruppe, ein Anbieter stationärer Rehabilitationsleistungen mit Hauptsitz in Gelsenkirchen, informierte im Rahmen des Talkforums des Netzwerks Deutsche Gesundheitsregionen (NDGR e.V.) über diesen Ansatz. Er strich dabei besonders heraus, dass eine neue, digital gestützte Arbeitsteilung zwischen stationären Rehaklinken, ambulanter Reha und telemedizinisch gestützter Reha zuhause zustande kommen wird. Diese Perspektive stieß auf große Neugier; ein Vertreter des bayerischen Heilbäderverbandes etwa hielt einen solches Vorgehen für wegweisend.

Ein Querschnittsthema des gesamten HSK 2017 war die wachsende Sorge um Fachkräftesicherung, nicht nur bei Ärztinnen und Ärzten, sondern auch und gerade in der Pflege. Michaela Evans, Direktorin des Forschungsschwerpunktes „Arbeit und Wandel“ am IAT, arbeitete an mehreren Stellen heraus, dass eine Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufes überfällig sei. „Dazu gehört aber nicht nur, dass die Einkommen der Beschäftigten steigen, sondern auch neue Wege einer intelligenten Arbeitsgestaltung und die fachliche Stärkung und Professionalisierung von Betriebsräten, Personalräten und Mitarbeitervertretungen , v.a.in der Altenhilfe!“ Am IAT gibt es zu diesen Themen mehrere Projekte, deren Ergebnisse sukzessive in die wissenschaftlichen Debatten eingespeist und für die praktische Gestaltungsarbeit fruchtbar gemacht werden. Unter dem Dach von „Connect.Emscher.Lippe“ wird auch eine Initiative zur besseren Nutzung der digitalen Techniken für die Zukunft der Pflegearbeit gestartet.

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