Wir können Gesundheit

„L’appel“ und „Weltgesundheit“ gewinnen

Insgesamt acht Initiativen wurden für ihr Engagement geehrt

am Dienstag, 18. Juli 2017

Preisverleihung_Tengelmann_Preis_1Die studentischen Initiativen „L’appel“ und „Weltgesundheit“ haben den Elisabeth Tengelmann-Preis der Stiftung Private Universität Witten/Herdecke gewonnen. Der erste Platz ist verbunden mit einer Förderung über 2.500 Euro. Den zweiten Platz belegte die „AlSalam Help Foundation“ und freute sich über 1.500 Euro. Den dritten Platz teilen sich die Initiativen „füllbar Witten“, der „Umgekehrte Generationenvertrag“, das Projekt „Wanderful“, die „Initiativgruppe Campus Garden“, das „Bildungsfestival“ sowie die „African Youth Leadership Experience“. Die Drittplatzierten werden mit jeweils 1.000 Euro gefördert.

„Wir möchten uns ganz herzlich für die Auszeichnung und für die Wertschätzung bedanken, die uns und der Initiative entgegen gebracht worden ist“, freute sich Judith Mletzko von der Initiative Weltgesundheit über den Preis. Katarina Altmann von L’appel kündigte an: „Das Preisgeld wird an den ‚Pediatric Emergency Fund‘ gehen, also direkt an die Kinderklinik in Sierra Leone. Damit soll zum Beispiel die Versorgung der Schulkinder unserer Boarding School gewährleistet werden.“

Verliehen wurde der Preis im Rahmen des Großen Sommerkonzertes der Uni Witten/Herdecke (UW/H) am 16. Juli 2017. Er ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Die Stifterin des Preises, Elisabeth Tengelmann, ist der UW/H seit Jahrzehnten eng verbunden. Sie fördert die Universität mit ausgeprägtem persönlichem Engagement. Insbesondere unterstützt sie Studierende, die etwas bewegt und die etwas bewegen. Daher wird der Preis für Studierende ausgelobt, die eine gesellschaftlich relevante Idee verwirklichen, von der sie überzeugt sind und von der sie andere überzeugen. Prämiert werden Studierende, die sich über das Studium hinaus in besonderem Maße engagieren. Als Jury fungierte das Kuratorium der Stiftung Private Universität Witten/Herdecke unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Dr. Christian Köck.

Über die Preisträger:

– Weltgesundheit ist eine Initiative von Studierenden der Fakultät für Gesundheit, die sich mit unterschiedlichen Erfahrungen und Ideen aus dem Impuls heraus treffen, Gesundheit aus einer globalen Perspektive verstehen zu wollen. Sie möchten der oft empfundenen Hilflosigkeit in Anbetracht der meist sehr undurchsichtigen weltweiten Problemfelder durch das Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten begegnen und diese für Menschen in heilenden Berufen greifbarer machen. Die Initiative eröffnet über das Organisieren von Vorlesungen, Workshops und einer Vortragsreihe einen Raum für Fragen, die unsere globalisierte Zeit bestimmen.

– L’appel Deutschland e.V. ist eine Organisation der Entwicklungszusammenarbeit, die aus einer studentischen Initiative der UW/H heraus entstanden ist und in den Ländern Sierra Leone und Ruanda Projekte in den Bereichen Gesundheit und Bildung realisiert. Ihre Projekte sind nach den Bedürfnissen und Notwendigkeiten jener Menschen ausgerichtet, mit denen sie umgesetzt werden: Ebola-versehrte, alleinerziehende Mütter, mittellose Schulabgänger. Die Mitglieder des Vereins sind Studierende und junge Menschen, die ihre Expertise kostenlos zur Verfügung stellen. Die Rolle von L’appel beschreibt sich mit „Augen öffnen. Zukunft schaffen“.

– AlSalam ist Arabisch, bedeutet Frieden und ist genau das, wonach sich viele Menschen, die aus Kriegsländern stammen, sehr sehnen. Die Initiative hat sich im Jahr 2015 gegründet und leistet an der syrischen Grenze in Jordanien medizinische und humanitäre Hilfe. Sie sammelt Spenden, die sie in Jordanien in Hilfsgüter (Lebensmittelpakete, Schulmaterial etc.) investiert, den geflüchteten Menschen vor Ort direkt zukommen lässt und darüber hinaus die lokale Wirtschaft unterstützt.

– In der füllbar Witten ermöglichen Studierende der UW/H ihren Kunden, komplett verpackungsfrei einzukaufen. Angeboten werden unverpackte Lebensmittel sowie Hygieneprodukte. Ziel des ehrenamtlich arbeitenden Teams ist es, die Menge des produzierten Verpackungsmülls zu reduzieren.

– Studierende der Wirtschaftsfakultät bringen den Wittener Umgekehrten Generationenvertrag (UGV) in die Welt. Gemeinsam mit der Chancen eG und L’appel führen die Studierenden derzeit eine Machbarkeitsanalyse mit Partnerinstitutionen in Ruanda und Südafrika durch. Damit soll der UGV als nachhaltiges Instrument zur sozialverträglichen Finanzierung von Studiengebühren in naher Zukunft in Ländern des globalen Südens etabliert werden und dort finanzielle Bildungshürden reduzieren.

– Wanderful: Hauptschule mal anders. Das Projekt ist eine Kooperation von Studierenden der UW/H und der Werner-von-Siemens-Schule in Bochum. In einer wöchentlichen AG beschäftigen sich die Studierenden und die Schülerinnen und Schülern der 7. bis 10. Klasse mit dem Thema England. Dabei werden nicht nur Sprach- und Landeskenntnisse, sondern auch soziale Kompetenzen gefördert. Die AG ist die Vorbereitung auf eine zehntägige Wanderung in England. Ziel ist es, das Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler zu stärken, Leistungsdruck und Aggressionen abzubauen und soziale Integration zu fördern. Das Motto: Raus aus der Schule – rein in die Natur. Und das alles ohne Handys!
– Die Initiativgruppe Campus Garden setzt sich aus mehreren Projekten zum Beispiel zu Naturschutz, Imkerei, Land-Art oder Festkultur zusammen. Auch ist ein Forschungsprojekt mit dem Department für Psychologie und Psychotherapie entstanden, das das Ziel verfolgt, die diagnostische Bedeutung von Gartengestaltung für die Erfassung mentaler Gesundheit zu untersuchen. Dabei möchte die Initiative den Garten als das Kunstwerk seines Gärtners betrachten und erfahren, welche Einblicke in das Seelische eines Menschen möglich sind.

– Das Bildungsfestival ist eine jährliche Fortbildungs- und Netzwerkveranstaltung für jugendliche Projektgruppen aus strukturschwachen Einzugsgebieten. Highlights der Veranstaltung in diesem Sommer waren ein von Teilnehmenden moderiertes Diskussionsformat mit Spitzenpolitikerinnen und -Politikern der etablierten Parteien, der Besuch der YouTube-Stars „Bullshit TV“ und zahlreiche Workshops und Auftritte von Jugendlichen. Veranstaltungsziel ist, dass die Jugendlichen ihren Eltern und Lehrkräften, der Öffentlichkeit und vor allem sich selbst vor Augen führen, dass sie auch ohne akademische Topleistungen großes gesellschaftliches Potenzial in sich tragen.

– The African Youth Leadership Experience (AYLE) organisiert Sommercamps für ostafrikanische Schüler, die das Ziel verfolgen, Führungsfähigkeiten zu erlernen und einzuüben. Dies geschieht in vielen interaktiven und erlebnisorientierten Übungen. Am Ende entwickeln die Teilnehmer eigene Projekte, die sie in ihren Schulen umsetzen. Bisher haben 45 Schüler und sechs Lehrer aus Kenia, Uganda, Tansania und Ruanda teilgenommen.

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