Wir können Gesundheit

Ernährung als Therapie

Ernährungsmediziner des Marien Hospital Witten vom Focus ausgezeichnet

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 03.08.17

Healthy food in heart diet abstract conceptProf. Dr. Metin Senkal, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien Hospital Witten, wurde als Top Mediziner 2017 im Bereich Ernährungsmedizin vom Nachrichtenmagazin Focus ausgezeichnet. Damit zählt er zu den insgesamt elf ausgezeichneten Ärzten der St. Elisabeth Gruppe. Seine Expertise auf diesem Gebiet ist bei zahlreichen Erkrankungen gefragt, denn die richtige Ernährung spielt in der Therapie oft eine entscheidende Rolle.

Das Thema Ernährung betrifft uns alle jeden Tag. Die Entscheidung, was wir essen, beeinflusst konstant Faktoren wie Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden aber auch zum Beispiel das Gewicht. Doch die Ernährung hat noch eine viel entscheidendere Funktion, wenn es um das Thema Gesundheit geht: „Eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen und die richtige Kalorienmenge spielen bei nahezu jeder Erkrankung eine Rolle“, so Prof. Senkal. „Wenn ein Patient nicht die Nährstoffe und Nahrungsmenge aufnimmt, die er benötigt, kann dies einen negativen Einfluss auf seine Behandlung haben. Wenn beispielsweise ein älterer Mensch stürzt, sich etwas bricht und in der Folge operiert werden muss, verbraucht sein Organismus durch die akute Erkrankung mehr Proteine. Seine Behandlung muss neben der Operation also auch eine besonders proteinreiche Ernährung umfassen, damit der Patient wieder genesen kann, seine Wunde gut verheilt und er rasch wieder auf den Beinen ist.“ Ein anderes Beispiel ist eine Krebserkrankung, bei der eine Chemotherapie zum Einsatz kommt. Auch hier sollte der behandelnde Arzt mögliche ernährungsrelevante Probleme im Blick haben. „Oft achten die Patienten nicht so sehr darauf, was sie während der Therapie zu sich nehmen. Häufig leiden sie zudem unter Übelkeit, Schluckstörungen oder anderen Folgen der Therapie, die die Nahrungsaufnahme erschweren oder sogar unmöglich machen“, erklärt der Chefarzt. „Ärzte sollten also immer gezielt nach der Ernährung fragen und gegebenenfalls einen Ernährungsspezialisten zu der Behandlung hinzuziehen, um eine schwerwiegende Mangelernährung zu vermeiden.“ Zudem kann die falsche Ernährung auch krank machen, wie Prof. Senkal hinzufügt: „Insbesondere Übergewicht kann zu Problemen, wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 oder Bluthochdruck führen.“

Unterschätztes Problem

Aus seiner jahrelangen Erfahrung weiß Prof. Senkal, dass das Thema Ernährung von vielen Menschen aber auch von Medizinern dennoch häufig unterschätzt wird. Er führt dies vor allem auf einen Grund zurück: „Alle Prozesse des Körpers, die mit Ernährung zu tun haben, geschehen vergleichsweise langsam. So erscheint zum Beispiel eine Gewichtszunahme oder -abnahme häufig zunächst als nicht besorgniserregend, kann sich aber mit der Zeit dazu entwickeln“, erklärt der Experte. „Gleiches gilt für die therapeutische Wirkung einer Ernährungsumstellung. Natürlich schlägt sie langsamer an, als beispielsweise Medikamente, kann jedoch durchaus langfristig zum Erfolg führen.“ Als Beispiel nennt er hier die Stoffwechselerkrankung Diabetes Typ 2. Dabei sind die Zuckerwerte im Blut erhöht, da die Zellen nicht mehr richtig auf das Insulin ansprechen, das den Zucker aus dem Blut dorthin transportiert. „Anstatt dem Körper immer mehr Insulin in Form von Spritzen zuzuführen, kann hier häufig auch eine Ernährungsumstellung zusammen mit mehr Sport und Bewegung zu einer Verbesserung führen.“

Vorsicht bei vermeintlich schnellen Lösungen

Eine Ernährungstherapie ist demnach in der Regel eine länger andauernde Behandlung, wie Prof. Senkal erklärt. „Sie beginnt mit einem gründlichen Anamnesegespräch. Hier werden zunächst einmal die Gewohnheiten des Patienten ergründet sowie sein Gewicht und seine Blutwerte gemessen. Danach erfolgt die Erarbeitung eines Ernährungsplanes, zusammen mit einer kontinuierlichen Betreuung.“ Daher warnt der Ernährungsmediziner auch ausdrücklich vor sogenannten Trenddiäten, die häufig durch die Medien verbreitet werden. Diese versprechen, besonders effektiv zu sein, Krankheiten vorzubeugen oder das allgemeine Wohlbefinden zu steigern, in Wahrheit können sie jedoch krank machen: „Diäten können immer nur für eine kurze Zeit durchgehalten werden, danach kehrt man automatisch zu seinen alten Essgewohnheiten zurück. Zusätzlich löst die Reduktion eines bestimmten Nährstoffes, zum Beispiel von Kohlenhydraten bei einer Low-Carb Diät, plötzlich auftretende Heißhungerattacken aus. Dies führt dann zu dem berühmten Jojo-Effekt.“

Stoffwechsel & Ernährung

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