Wir können Gesundheit

Besondere Versorgungsbedarfe behinderter Kinder

Überarbeitete Produktgruppen 10 und 18 für das neue Hilfsmittelverzeichnis

rehaKIND e.V. am 14.09.17

Als Ergebnis eines konstruktiven Arbeits-Treffens von 25 Vertretern der Hilfsmittelhersteller, Fachhändler, Verbände und Leistungserbringergemeinschaften übersandte rehaKIND e.V. die ersten Produktgruppen (PG) mit „kindspezifischen Ergänzungen“ an den GKV-Spitzenverband. Hier wird im Laufe des nächsten Jahres eine umfangreiche Revision aller PG des Hilfsmittelverzeichnisses (HMV) erfolgen. In den zwei Tagen wurde eine einheitliche Struktur festgelegt: Die Überarbeitung und die Einbringung der Dienstleistung erfolgte jeweils in einem Team, bestehend aus Produktspezialisten, Leistungserbringern und Vertrags-Spezialisten. Auf diese Weise konnte rehaKIND sicherstellen, einen aktuellen Blick aus verschieden Perspektiven auf die Inhalte des HMV und die praktischen Prozesse in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu werfen.

Auf Produktgruppenebene sind alle Passagen zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen aktualisiert worden; hier wurde auch bereits ein Verweis auf die in den jeweiligen Untergruppen aufgeführten spezifischen Dienstleistungen eingebracht.

Alle Beteiligten haben sich auf eine Liste an Dienstleistungsbausteinen verständigt und diese je nach Notwendigkeit pro Produktuntergruppe definiert. Somit wird in jeder Untergruppe der Dienstleistungs-strang, der im Zusammenhang mit der Abgabe des jeweiligen Produktes an Kinder und Jugendliche zu erbringen ist, abgebildet. In einigen Produktarten hätte man sich weitere Dienstleistungsschritte gewünscht, hat sich dann aber zur Aufrechterhaltung der Systematik auf einen gemeinsamen Nenner verständigt; die jeweiligen Listen stellen einen Konsens dar, der für alle Versorgungsbeteiligten „lebbar“ ist.

In den Untergruppen werden die Produkte hinsichtlich ihrer besonderen Qualitätsanforderungen spezifiziert. Einzelne Punkte mussten zur deutlicheren Differenzierung zwischen Produkten für Kinder und Jugendliche und denen für Erwachsene unterteilt werden. rehaKIND hat hier die Unterschiede herausgestellt; heute ist dies nur bedingt festgeschrieben, eine Erweiterung der Struktur und Systematik hinsichtlich technischer Details der Produkte für Kinder und Jugendversorgungen ist notwendig.

Die Dienstleistungen stellen einen wesentlichen, qualitätssichernden Teil der Versorgung dar. Aus diesem Grunde ist rehaKIND hier sehr kleinschrittig vorgegangen, um über die Prozesskette eine Versorgungsqualität sicherzustellen, die im Interesse aller Beteiligten liegt. Einige Schritte sind im Grundsatz auch auf eine gute Erwachsenenversorgung zu übertragen, allerdings gibt es wesentliche Unterschiede in der Abwicklung und Komplexität:

  • Wachstum/Entwicklungsstand des Kindes – die meisten Krankheitsbilder unterliegen einem progredienten Verlauf im Kindes- und Jugendalter (in Abgrenzung zu Verletzungen, Unfällen und postoperativen Versorgungen), der Veränderungen und permanente Anpassungen der Versorgung notwendig machen kann, oft liegen Mehrfachbehinderungen vor
  • besondere Belastung der Hilfsmittel durch kindgerechten Gebrauch (Aktivitäten/Teilhabe in Gruppen Gleichaltriger, Schule, Kita …)
  • kognitive Fähigkeiten der jungen Patienten variieren stark, nicht mündige Patienten machen Einbindung, Information und Schulung von Eltern/Betreuern/Lehrern/Erziehern notwendig …
  • umfangreiche Abstimmung mit dem interdisziplinären Team zur Ermittlung des Bedarfs und der Ziele auf Basis der ICF, d.h. auch besondere
    Berücksichtigung von Kontextfaktoren (Umfeld, Ressourcen in der Familie etc., psychische Belastung …)
  • Notwendigkeit von Erprobungen und damit verbundener Demogeräte-Logistik

Kinder- & Jugendmedizin

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