Wir können Gesundheit

Stärken werden weiter ausgebaut

Neuropädiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie erhalten weitere Kapazitäten

Bergmannsheil und Kinderklinik Buer GmbH am 12.09.17

Als die Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen 2007 ihren Sitz von der Westerholter Straße an die Adenauerallee verlegte, war das nicht nur der Umzug in ein modernes 13,5-Millionen-Euro-Objekt. Der neue Standort und seine Nähe zum Bergmannsheil Buer optimiert seitdem die medizinische Versorgung der jungen Patienten: Die Kinderärzte haben einen schnellen, unkomplizierten Zugriff auf die diagnostische Infrastruktur des Akuthauses – Labor, Radiologie, vor allem CT und MRT. „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den chirurgischen Fächern ist eine Kernkompetenz“, sagt Dr. Gerrit Lautner, Ärztlicher Direktor. Im Jahr 2016 wurden 4 750 Kinder und Jugendliche stationär und 4 500 Patienten ambulant behandelt – von der Geburt bis zum Alter von 18 Jahren. Seit 2009 trägt die Klinik das Qualitätssiegel „Ausgezeichnet. Für Kinder“.

Stärken weiter ausbauen

Längst ist die Klinik am neuen Standort „angekommen“, sind diagnostische und therapeutische Schwerpunkte etabliert. „Wir blicken optimistisch in die Zukunft und planen, unsere Stärken weiter auszubauen“, sagt der leitende Kinderarzt. So werden die Therapieplätze in der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie von 18 auf 24 Plätze aufgestockt. Das macht künftig die Therapie von bindungsgestörten Kindern möglich. Auch die Neuropädiatrie mit ihrem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) wird weitere Kapazitäten erhalten. Dr. Lautner: „Die Warteliste für Kinder, die für ihre gesunde körperliche und seelische Entwicklung eine kontinuierliche Förderung brauchen, ist lang. Das soll sich ändern. Die ganzheitliche Therapie behinderter und entwicklungsverzögerter Kinder ist seit 28 Jahren ein Schwerpunkt.“

Spezialambulanzen

Im vergangenen Jahrzehnt hat die Klinik eine rasante Entwicklung gemacht: Spezialambulanzen für gastroenterologische Erkrankungen oder Blutgefäßfehlbildungen (Hämangiome) entstanden. Die Schreiambulanz und ihr psychosomatischer Behandlungsansatz bringt Kind und Eltern die wichtige Nachtruhe und hilft bei Regulationsstörungen. Die Klinik ist auch Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die Opfer von Gewalttaten sind und zeitnah nach dem Erlebnis eine psycho-therapeutische Unterstützung zur Prävention von Traumafolgestörungen brauchen. In der ärztlichen Kinderschutzambulanz für misshandelte Kinder stehen Diagnostik und Beratung im Mittelpunkt.

Kindernotfallambulanz

Die Klinik pflegt einen engen Kontakt zu den niedergelassenen Kinderärzten. „Schon 2008 organisierten wir mit den Kollegen die Kindernotfallversorgung in unseren Räumlichkeiten. 2011 hat die Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe die ambulante Notfallversorgung neu strukturiert. Seitdem sind wir der Standort der kinderärztliche Notfalldienst für Gelsenkirchen, Herten, Gladbeck, Marl, Dorsten und Bottrop: 21 800 Patienten kamen 2016 in die Notfallsprechstunde. Sie wurden von den niedergelassenen Kinderärzten behandelt. Die Ärzte der Kinderklinik versorgten im vergangenen Jahr zusätzlich 7 500 Notfälle.

Überregionales Traumazentrum

Schwerverletzte Kinder werden von den Kinderintensivmedizinern versorgt. Die Kinder- und Jugendklinik ist integraler Bestandteil im Überregionalen Traumazentrum des Bergmannsheil Buer. Dr. Lautner: „Die apparative Ausstattung des Schockraums ist auf die Anforderungen der kleinen Patienten angepasst, was etwa die Größe der Materialien wie Blutdruckmanschetten, Katheter oder Beatmungsschläuche betrifft – Kinder sind auch als Notfallpatienten keine kleinen Erwachsenen. Verletzungsmuster, Diagnostik und Therapie sind bei Kindern anders. Hier braucht es Spezialisten.“

Gut vernetzt

Die Kinderklinik ist gut vernetzt und bringt sich in Gelsenkirchen ein, etwa im lokalen „Bündnis für Familien“. Sie arbeitet mit Fördereinrichtungen und dem öffentlichen Gesundheitssystem eng zusammen. Kindertagesstätten sind oft zu Gast und wagen einen Blick hinter die Kulissen. „Wir selbst erfahren immer wieder die Unterstützung von Fördervereinen und Spendern. Insbesondere für sozial-pädagogische Dinge. Keine Schaukel, keine Patienten-Bücherei, keine Bastelmaterialien werden durch die Fallpauschalen der Krankenkassen finanziert“, so Klinikgeschäftsführer Werner Neugebauer.

Was in einer Kinderklinik anders sein muss

Fotos von Tieren aus der ZOOM Erlebniswelt wie Fisch, Eisbär, Löwe, Tiger und Storch weisen den jungen Patienten den Weg auf die Stationen. Jedes Patientenzimmer hat ein Badezimmer. Die Mutter oder der Vater kann Tag und Nacht beim kranken Kind bleiben – hierfür gibt es spezielle Eltern-Kind-Zimmer. Bis zu 36 Begleitpersonen können komfortabel untergebracht werden. Die altersgerechte Belegung der Zimmer ist Standard.

Die körperlichen, emotionalen und seelischen Bedürfnisse von Kindern sind je nach Alter und Entwicklungsstufe völlig unterschiedlich. Hier ist besonders geschultes Krankenhauspersonal gefragt, mit viel Erfahrung und Einfühlungsvermögen. „Eine Kinderklinik zeichnet sich durch eine pädagogische und psychosoziale Betreuung der Kinder, aber auch durch flexible Besuchszeiten sowie die besondere Ausstattung von Stationen, Kranken- und Spielzimmern aus“, bringt es Kinderarzt Lautner auf den Punkt.

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