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Neue Option für Herzpatienten

Erste auflösbare Herz-Stents in der Kardiologie im St. Elisabeth-Hospital Herten implantiert

St. Elisabeth-Hospital Herten gGmbH am 15.12.15

Nach der erfolgreichen Implantation (v.l.n.r.): Jürgen Schuhmacher (Patient), Oberarzt Fatih Kizil (Implanteur), PD Dr. med. Horst Neubauer (Chefarzt), Kathleen Grochtdreis (Leiterin des kardiologischen Funktionsbereiches), Kezban Kuru (Krankenschwester der Station 2A) und Gabriele Gahlen (Stationsleitung der Station 2A).

Nach der erfolgreichen Implantation (v.l.n.r.): Jürgen Schuhmacher (Patient), Oberarzt Fatih Kizil (Implanteur), PD Dr. med. Horst Neubauer (Chefarzt), Kathleen Grochtdreis (Leiterin des kardiologischen Funktionsbereiches), Kezban Kuru (Krankenschwester der Station 2A) und Gabriele Gahlen (Stationsleitung der Station 2A).

In der Kardiologie des St. Elisabeth–Hospitals in Herten wurden jetzt bei einem 53-jährigen Patienten mit einer Engstelle an den Herzkranzgefäßen zwei neuartige Stents implantiert, die sich im Verlauf der Zeit selbst auflösen. Diese neuartigen Gerüste haben in Studien gezeigt, dass sie im Vergleich zu den herkömmlichen medikamentös beschichteten Stents Vorteile besitzen: Nach zwei bis drei Jahren haben sich diese Stents (auch „Gerüst“ genannt) komplett aufgelöst und das Herzkranzgefäß hat wieder seine natürlich Funktion. Der Vorteil für den Patienten ist, dass er kein dauerhaftes Implantat im Körper hat.

Die jetzt in Herten implantierten Stents sind schon an mehreren tausend Patienten in Studien untersucht worden. Die Stents bilden ein Gefäßgerüst, das aus einem speziellen Material besteht, welches bereits seit Jahren in der Medizin, wie zum Beispiel bei selbstauflösenden Fäden, benutzt wird. Nach einer bestimmten Zeit baut sich das Material zu Substanzen wie Wasser und Kohlendioxid ab, die von Natur aus im Körper vorkommen. Bei einer Engstelle wird zunächst das Herzkranzgefäß aufgedehnt und normalerweise durch einen Stent abgestützt.

Danach ist der Blutfluss wiederhergestellt. Im Laufe der Zeit benötigt das Gefäß das Gerüst allerdings nicht mehr und es beginnt sich selbst aufzulösen. Dieser Vorgang der Auflösung dauert bei den jetzt implantierten Stents ca. zwei bis drei Jahre. Danach besitzt das Gefäß wieder seine natürliche Gefäßfunktion, wodurch die Langzeitergebnisse verbessert werden können. Insbesondere jüngere Patienten profitieren von diesen selbstauflösenden Stents, da zum Beispiel später in dem Bereich eine Bypass-Operation oder eine weitere Stentimplantation erfolgen könnte. „Für geeignete, insbesondere jüngere Patienten ist dies ein deutlicher Fortschritt in der Herzmedizin und wir freuen uns, dieses Verfahren nun auch im St. Elisabeth–Hospital Herten für unsere Patienten anbieten zu können“, sagt Chefarzt PD Dr. med. Horst Neubauer.

Zur Implantation solcher Stents benötigen Ärzte und Pflegepersonal eine spezielle Erfahrung, die in der Kardiologie/Innere Medizin II des St. Elisabeth-Hospitals Herten vorhanden ist. Bei der ersten Implantation im St. Elisabeth-Hospital hat Oberarzt Fatih Kizil bei dem jungen Patienten eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt und dabei eine kritische, hochgradige Stenose an einem Herzkranzgefäß festgestellt. Anschließend dehnte er diese Engstelle mit einem Ballon vor und implantierte dem Patienten zwei resorbierbare Stents. „Alles ist gut verlaufen und wir konnten den Patienten wie geplant bereits zwei Tage nach dem Eingriff nach Hause entlassen“, so Neubauer.

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