Wir können Gesundheit

hsg wirkt beim RehaBoard-Projekt mit

Hochschule für Gesundheit am 18.10.17

„Wir sind ein wichtiger Kooperationspartner im Projekt ‚RehaBoard‘, welches Mitte September 2017 offiziell an der hsg gestartet ist“, erklärte Prof. Dr. Dörte Zietz, Professorin für Physiotherapie an der Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum, und fügte hinzu: „Und wir freuen uns sehr, dass dieses Projekt als einer von neun Gewinnern aus dem Leitmarktwettbewerb ‚LifeSciences.NRW 2016‘ hervorgegangen ist.“

Das Kooperationsprojekt mit dem Titel ‚RehaBoard: Ein Computerassistenz-System für die Behandlungsplanung bei Gangstörungen nach Schlaganfall‘ hat das Ziel, für Patient*innen mit Gangstörungen nach einem Schlaganfall eine objektivierbare interdisziplinäre Behandlungsempfehlung zu erarbeiten. Dabei stellt das Department für angewandte Gesundheitswissenschaften der hsg die physiotherapeutische Expertise im Projekt bereit.

Für diese Kooperation mehrerer Fachberufe wirken in dem Projekt neben den Physiotherapeutinnen Dörte Zietz und Elena Cramer, wissenschaftliche Mitarbeiterin im hsg-Studienbereich Physiotherapie und hsg-Absolventin, Neurolog*innen, Orthopäd*innen, Orthopädietechniker*innen, Ingenieur*innen und Mathematiker*innen des Instituts für Technologien der Biomechanik und Biomaterialien (ITBB GmbH), der Universität Duisburg/Essen, der Mediclin Fachklinik Rhein/ Ruhr, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und des Universitätsklinikums Essen sowie Vertreter*innen der Selbsthilfegruppe Schlaganfall e.V. Ratingen zusammen. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Projekt aus dem Europäischen Entwicklungsfond (EFRE) bis zum Sommer 2020 mit einer Gesamtsumme von 1,3 Millionen Euro.

Eine Behandlungsplanung, die ganz auf den individuellen Patienten abgestimmt ist, soll die Qualität der Behandlung und somit auch die Aktivität und Teilhabe der Patient*innen langfristig verbessern. „Wir können uns gut vorstellen, dass durch maßgeschneiderte Behandlungsempfehlungen zukünftig kostenintensive und wenig erfolgversprechende Therapien vermieden werden können und Patienten die Therapie oder die Hilfsmittel erhalten, die für sie hilfreich sind“, erklärte Dörte Zietz, die das Projekt an der hsg leitet.

Jede vertretene medizinische und therapeutische Profession wird einen Befund über die teilnehmenden Schlaganfallpatient*innen erheben. Dörte Zietz und Elena Cramer werden zudem die Gangdaten der Teilnehmer*innen von einer gerätegestützten Ganganalyse aus physiotherapeutischer Perspektive interpretieren. „Damit werden die fachspezifischen Informationen durch die Aufnahmen aus dem Ganglabor ergänzt“, erklärte Zietz. „Mit allen erhobenen Daten setzt sich dann das interdisziplinäre Experten-Board auseinander“, beschreibt Elena Cramer den weiteren Prozess. Das Ziel dieses Experten-Boards ist es, auf die Patientin oder den Patienten abgestimmte Behandlungsoptionen zu empfehlen und dabei die Sichtweise der anderen Professionen nachzuvollziehen und zu verstehen.

„Das Spannende an diesem Projekt ist darüber hinaus die Zusammenarbeit mit Menschen aus Berufsgruppen, die auf den ersten Blick erst einmal nichts mit der Gangrehabilitation nach Schlaganfall zu tun haben: Ingenieure und Mathematiker fügen anschließend die Daten in ein Computersystem ein und entwickeln neue Tools, die durch maschinelles Lernen, 3D-Visualisierungen und Wenn-Dann-Simulationen eine objektivierte patientenindividuelle Behandlungsempfehlung generieren. In der interdisziplinären Zusammenarbeit zeigte sich bereits jetzt, dass die Physiotherapie eine gleichwertige Expertenrolle neben allen anderen Fachdisziplinen einnimmt“, betonte die Physiotherapie-Professorin Dörte Zietz.

Die Arbeitsgruppe des Konsortiums besteht aus folgenden Personen, die vor Ort in ihrer Einrichtung ihre Teams leiten: Prof. Andrés Kecskeméthy (ITBB GmbH), Dr. Francisco Geu Flores, Dr. Dominik Raab (Lehrstuhl für Mechanik und Robotik, Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Marcus Jäger (Universitätsklinikum Essen), Prof. Harald Hefter (Neurologie, Universitätsklinikum Düsseldorf), Prof. Dr. Mario Siebler (Fachklinik Rhein Ruhr), Prof. Dr. Dörte Zietz (hsg).

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