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Biomarker sollen bei Grünem Star rechtzeitige Behandlung ermöglichen

Forschungsprojekt zur Glaukom-Früherkennung erhält Förderung der Ruhr-Universität Bochum

Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum GmbH am 17.11.17

Dr. rer. nat. Sabrina Reinehr im Forschungslabor, Quelle: Andreas Beyna, UK Knappschaftskrankenhaus Bochum

Eine der gefährlichsten Augenerkrankungen, das Glaukom („Grüner Star“), verläuft bei vielen Betroffenen aufgrund seiner Symptomarmut über lange Zeit unbemerkt. Die Diagnostik ist für den Augenarzt oft nicht ganz einfach, wenn neben dem wichtigsten Risikofaktor, einem erhöhten Augeninnendruck, weitere klinische Zeichen fehlen. Ein Nachweis von Biomarkern könnte daher hilfreich sein, um frühzeitig einen Glaukomverdacht abklären zu können. Unter dem Titel „Analyse möglicher Biomarker in einem Glaukom-Modell mit chronisch erhöhten Augeninnendruck“ beschäftigt sich Dr. rer.. nat. Sabrina Reinehr vom Forschungslabor der Augenklinik am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum mit dem Thema und hat dafür jetzt eine „FoRUM“-Förderung erhalten. Dabei handelt es sich um ein Programm zur Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, das klinische Forschung, Grundlagenforschung, technologische Anwendungsforschung und Nachwuchsförderung unterstützt.

Chronisch erhöhter Augendruck ist ein Kennzeichen des Glaukoms, der zweithäufigsten Erblindungsursache in Deutschland. Nicht alle Menschen mit erhöhtem Augeninnendruck bekommen zwangsläufig Glaukom, eine Krankheit, bei der Sinneszellen in Netzhaut und Sehnerv langsam absterben. Die Diagnostik hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, vor allem durch innovative bildgebende Verfahren wie die Heidelberg-Retina-Tomographie (HRT) und die Optische Kohärenz-Tomographie (OCT), mit denen Schädigungen in frühen Stadien und lange bevor sich der Patient einer Sehschädigung bewusst wird, erkannt werden können. Einen Hinweis auf einen Grünen Star durch eine einfache Laboruntersuchung zu bekommen, würde indes die Früherkennung um einiges erleichtern und dazu beitragen, Betroffene rechtzeitig zu behandeln. Dies könnten, so hoffen die Bochumer Ärzte und Wissenschaftler vom Knappschaftskrankenhaus, Biomarker leisten. Hierbei handelt es sich um Substanzen, meist Eiweißstoffe (Proteine), die bei bestimmten Erkrankungen oder körperlichen Charakteristika in erhöhter Konzentration vorliegen. Die Zahl der Menschen, die davon profitieren können, ist hoch: Allein in Deutschland geht man von rund einer Million Menschen mit Glaukom oder erhöhtem Augendruck aus – bei unbekannter Dunkelziffer.

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