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Neuro-Urologie ausgezeichnet

Behandlung von seltener Erkrankung

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 21.03.18

Die Abteilung für Neuro-Urologie des Marien Hospital Herne wurde als europaweit zweites Kompetenzzentrum für Interstitielle Zystitis und Beckenschmerz ausgezeichnet: Der Leitende Arzt Prof. Dr. Arndt van Ophoven (m.) nahm die Urkunde von Jürgen Hensen und Bärbel Mündner-Hensen, ICA Deutschland e. V., entgegen.

Die Abteilung für Neuro-Urologie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum ist als europaweit zweites Kompetenzzentrum für Interstitielle Zystitis und Beckenschmerz ausgezeichnet worden. Interstitielle Zystitis ist eine bisher noch recht unbekannte und unerforschte Krankheit der Blasenwand, die zu starken Schmerzen im Unterleib und erhöhtem Harndrang führt. Jetzt nahm Prof. Dr. Arndt van Ophoven, Leitender Arzt der Abteilung für Neuro-Urologie, die Urkunde entgegen.

„Die auch als chronisches Blasenschmerzsyndrom bekannte Erkrankung bedeutet für die Betroffenen eine starke Einschränkung ihrer Lebensqualität. Diese ist oftmals mit einem langen Leidensweg verbunden. Die Zertifizierung bestätigt, dass sich die Patientinnen und Patienten in erfahrene Hände in der Behandlung dieser seltenen Erkrankung begeben“, so Prof. van Ophoven. Die Zertifizierung als Kompetenzzentrum erfolgt durch den ICA-Deutschland e. V., einen gemeinnützigen Verein zur Erforschung von Interstitieller Zystitis (IC).

Interstitielle Zystitis – selten und einschränkend

Bis zu 60 Mal am Tag müssen Menschen, die an IC leiden, zur Toilette. Auch in der Nacht lässt der Harndrang nicht nach und ist der Grund für einen starken Schlafmangel. Zu den weiteren Symptomen zählen starke Blasen- und Beckenschmerzen, aber auch Darmbeschwerden oder Muskelschmerzen sind möglich. Meistens sind Frauen betroffen. Die Folge der Krankheit ist häufig eine soziale Isolation. Die IC ist bisher wenig erforscht und in der Bevölkerung unbekannt. Von 100.000 Menschen leiden 18 bis 60 an der seltenen Erkrankung, die oftmals nur mühsam zu diagnostizieren ist. Erst durch den Ausschluss von ähnlichen Krankheitsbildern, wie Blasenentzündung oder Endometriose, wird die IC in Betracht gezogen. Die Schmerzen im Unterleib und der starke Harndrang entstehen vermutlich durch kleine Schäden in der Blasenwand. Reizende Substanzen aus dem Harn dringen daraufhin in tiefer liegende Zellschichten ein und reizen die Nervenfasern.

Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten

„Die Therapie des chronischen Blasenschmerzsyndroms ist anspruchsvoll, eine gute Linderung der Beschwerden ist aber in vielen Fällen möglich“, berichtet Spezialist Prof. van Ophoven. Die Symptome können durch Medikamente unterdrückt werden, ebenso wie durch den Verzicht auf bestimme Lebensmittel und Alkohol. Weitere Therapiemöglichkeiten sind die Einnahme von Schmerzmitteln, auch in Kombination mit Schmerz- oder Drangunterdrückenden Antidepressiva. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, verschiedene Arzneimittel direkt in die Blase einzubringen. Dadurch wird die schützende Schleimhaut der Blasenwand unterstützt. „Sollte eine medikamentöse Behandlung nicht zum gewünschten Erfolg führen, setzen wir operative Maßnahmen ein. Zu den Möglichkeiten zählen eine Dehnung der Harnblase in Narkose, Botulinumtoxin-Behandlungen oder der Einsatz eines Blasenschrittmachers. Wir richten die Therapie an den individuellen Beschwerden der Patienten aus“, berichtet der Herner Experte.

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