Wir können Gesundheit

Dr. Thomas Günnewig ist Schirmherr der Alzheimer-Gesellschaft

St. Franziskus-Stiftung Münster am 24.04.18

Dr. Günnewig (l.) und Patrick Schmidt, Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft


Die Schlüssel liegen im Kühlschrank, die Kaffeetassen landen im Badezimmer, bekannte Wege werden zum Irrgarten. Derzeit leben im Kreis Recklinghausen rund 9.000 Menschen mit Demenz. Dr. Thomas Günnewig, Chefarzt der Geriatrie/Neurologie am Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen, übernimmt ab sofort die Schirmherrschaft der Alzheimer Gesellschaft Vest Recklinghausen e.V. „Ich möchte den Verein fördern und unterstützen, weil Alzheimer und Demenz viele Menschen betrifft“, so Dr. Günnewig.

Die Schirmherrschaft ist dem Chefarzt eine Herzensangelegenheit. Ehrenamtlich hält er schon seit Jahren Vorträge für Menschen, die mit Betroffenen umgehen. Nun will der Geriater die Zusammenarbeit vertiefen: „Wenn man es mit dem Schirm wörtlich nimmt, hilft ein Schirmherr, wenn Regen also Kummer da ist, zum Beispiel, wenn die Groschen fehlen. Dann können wir gemeinsam Ideen sammeln. Ein weiterer Aspekt ist eben die Weiterbildung.“

Seit ihrer Gründung 2004 hat es sich die Alzheimer-Gesellschaft zur Aufgabe gemacht, Patienten und Angehörige zu informieren, ihnen eine Anlaufstelle zu bieten und in Tagen der Ratlosigkeit für sie da zu sein. Vorsitzender Patrick Schmidt: „Ich denke, die Recklinghäuser haben ein gutes Angebot. Die Caritas, die Diakonie, das Beratungs- und Infocenter Pflege (BIP) der Stadt, die Alzheimer-Gesellschaft und viele weitere Verbände und Institutionen kümmern sich um die Belange Demenzerkrankter.“

Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz? Dr. Günnewig erklärt: „Demenz ist das Krankheitsbild an sich, die zunehmende und andauernde Vergesslichkeit. Demenz hat viele Ursachen, häufig ist es die Alzheimer-Erkrankung, bei der sich über Jahre hinweg Zellen abbauen und schrumpfen.“ Oft sind die Folgen erst im hohen Alter zu merken, dennoch ist die Krankheit im Verborgenen schon lange gelaufen. Denn bereits im Alter von 30 bis 40 Jahren mutieren die Zellen. „Bisher sind die Versuche, es zu heilen gescheitert“, erklärt Dr. Günnewig. „Dafür müsste man bei Leuten, die 30/40 Jahre alt sind, die Umwandlung der Zellen stoppen. Es braucht ein Screening, um diesen Prozess festzustellen. Leider werden nicht viele Gelder in Forschung gesteckt. Demenz ist nicht sexy.“

Nun die gute Nachricht: Die Krankheit bricht seltener aus, als noch vor 30 Jahren, meint Dr. Günnewig. Das liege daran, dass Blutzucker und –druck heutzutage häufig besser eingestellt sind. Je älter man dann ist, wenn die Erkrankung desto langsamer ist die Fortschreitung der Demenz.
Dr. Günnewig rät zur Vorbeugung: Blutdruck gut einstellen, gesunde mediterrane Kost essen, den Geist wach und aktiv halten, 5 mal 30 Minuten Bewegung die Woche, Gedächtnistraining, Angebote wie Sportgruppen und Tanznachmittage wahrnehmen. „Je aktiver Menschen im mittleren Alter sind, umso später bricht die Krankheit aus.“

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