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Kinderorthopädie: Keine kleinen Erwachsenen

Alfried Krupp Krankenhaus am 08.04.19

Dr. med. Matthias Hövel leitet die Kinderorthopädie

Kinder und Jugendliche, die an einer orthopädischen Erkrankung leiden, brauchen besondere Zuwendung. Kinderorthopäde Dr. med. Matthias Hövel kennt die Therapiemöglichkeiten in der Wachstumsphase genau. Der Oberarzt ist einer der erfahrensten Experten auf diesem Gebiet. Seit April 2019 leitet er die Kinderorthopädie am Alfried Krupp Krankenhaus.

„Die Kinderorthopädie hat in Essen traditionell einen hohen Status. Einen Kinderorthopäden mit einer so hohen Kompetenz wie Dr. med. Matthias Hövel finden Sie im ganzen Ruhgebiet nur einmal“, freut sich Prof. Dr. med. Sven Lendemans, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Doch warum braucht es überhaupt eine spezielle Kinderorthopädie? Deutlich wird dies etwa beim Klumpfuß, einem klassischen orthopädischen Krankheitsbild: „Etwa zwei von Tausend Kindern kommen mit Klumpfüßen auf die Welt“, erklärt Dr. med. Matthias Hövel. „Früher war es so, dass jeder Orthopäde den Klumpfuß behandelt hat. Heute machen das Spezialisten – denn der Fuß des Säuglings ist so klein, dass der Chirurg bei der Operation quasi in den Mikrokosmos des menschlichen Körpers einsteigt.“

Um ein perfektes Ergebnis zu erzielen und dem Kind ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen, benötigt der Arzt deshalb nicht nur eine spezielle Ausbildung, sondern auch sehr viel Erfahrung. „Die Qualität kommt immer auch über die Quantität“, weiß Dr. med. Matthias Hövel, der zuvor die Kinderorthopädie der Essener Uniklinik leitete. „Seit den 1990er-Jahren haben sich deshalb spezielle Zentren herausgebildet, die auf hohem Niveau orthopädische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen behandeln.“ Eine Entwicklung, die Dr. med. Matthias Hövel maßgeblich mitbegleitet hat.

Viele Krankheitsbilder wie Knochenmißbildungen oder Klumpfüße lassen sich heutzutage schon vor der Geburt im Ultraschall erkennen. Noch während der Schwangerschaft können Eltern über die nötigen Behandlungen nach der Geburt informiert werden. Das beruhigt – denn Fehlstellungen können im wachsenden Körper meist erfolgreich korrigiert werden. Die kleinen Patienten erfahren so in der Regel keine Einschränkungen in ihrem zukünftigen Leben.

Neben den angeborenen werden am Alfried Krupp Krankenhaus auch erworbene kinderorthopädische Erkrankungen behandelt – zum Beispiel nach einem Knochenbruch: „Wenn der Bruch nah am Wachstumszentrum des Knochens liegt, kann es passieren, dass beim Zusammenwachsen Deformitäten wie X- oder O-Beine entstehen“, erklärt Dr. med. Matthias Hövel.

Ein großes Problem sieht der Experte auch bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen: „Ein durch falsche Ernährung und zu wenig Bewegung erworbenes Übergewicht führt mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu X-Beinen. Achskorrekturen werden deshalb in den letzten Jahren immer häufiger.“ Das noch nicht ausgewachsene Skelett kann das hohe Gewicht nicht tragen – erst recht wenn eine gut trainierte Muskulatur fehlt. „Die Beine des Kindes werden so förmlich in die X-Stellung gedrückt.“

Neben O-Beinen, X-Beinen, Hüftdysplasien und Klumpfüßen therapiert Dr. med. Matthias Hövel auch Erkrankungen der Wirbelsäule (z.B. Skoliosen), Tumoren und tumorähnliche Erkrankungen oder Stoffwechselerkrankungen wie Glas-/Marmorknochenkrankheiten. Fasziniert hat den Kinderorthopäden dabei immer das Streben nach der perfekten Behandlung. „Ich halte es da mit dem Basketballer Dirk Nowitzki“, verrät der Oberarzt seine Motivation. „Der hat sich ja auch immer gefragt, was ist der perfekte Winkel für meinen Wurf, damit der Ball garantiert in den Korb geht?“

Kinder- & Jugendmedizin Knochen & Gelenke

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