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Experten stellten moderne Therapien bei weiblicher Inkontinenz vor

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 06.05.19

Prof. Dr. Clemens Tempfer, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (l.), informierte gemeinsam mit dem Leitenden Oberarzt Dr. Askin Dogan über aktuelle Themen aus der Urogynäkologie.

Am vergangenen Samstag, den 04.05.2019, lud Prof. Dr. Clemens Tempfer, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, zu der Fortbildungsveranstaltung „Aktuelles aus der Urogynäkologie“ ein. Die Experten informierten über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei weiblicher Inkontinenz.

Prof. Dr. Clemens Tempfer berichtete zum Auftakt über den Einsatz von Botulinumtoxin bei Dranginkontinenz. In der Regel lässt sich die Dranginkontinenz medikamentös gut behandeln. Bleibt die Behandlung mit Medikamenten erfolglos, kann mit einer Botox-Therapie eine positive Wirkung erzielt werden. Hierbei wird das Botulinumtoxin in die Blasenwand eingespritzt, sodass die Blasenmuskulatur außer Kraft gesetzt wird. „Die Botox-Therapie ist eine effektive Behandlungsmethode. Allerdings sollte immer berücksichtigt werden, dass diese Therapie nicht allen Patientinnen gleich hilft. Jede Behandlung muss individuell auf die Patientin abgestimmt werden“, betont Prof. Tempfer.

Zudem informierte er über die Behandlungsmöglichkeiten bei Stressinkontinenz. Diese Form der Inkontinenz, die auch Belastungsinkontinenz genannt wird, gehört zu der häufigsten Form der Harninkontinenz bei Frauen. Hier stehen verschiedene minimal-invasive Operationsmethoden zur Verfügung wie z. B. die Einlage eines spannungsfreien Bandes unter der Harnröhre oder die Unterspritzung der Harnröhre mit gelartigen Füllstoffen. Das Füllmittel bildet ein Polster in der Nähe des Schließmuskels und reduziert so den Harnabgang. „Dieser Eingriff eignet sich besonders für alle Patientinnen, bei denen ein Defekt des Harnröhrenschließmuskels für die Inkontinenz verantwortlich ist“, erläutert der Klinikdirektor.

Dr. Askin Dogan, Leitender Oberarzt, befasste sich mit der Gebärmutter- und Scheidenwandsenkung. Die laparoskopische Sakrokolpopexie ist eine an der Frauenklinik des Marien Hospital Herne etablierte Operationstechnik, um den Senkungszustand und die daraus resultierenden Beschwerden zu beheben. Dabei wird – minimal-invasiv – über einen kleinen Bauchschnitt das Scheidenende oder der Gebärmutterhals mithilfe eines Kunststoffnetzes am Bandapparat des Kreuzbeins befestigt. Im Rahmen der Fortbildung erläuterte Dr. Dogan verschiedene Techniken und Zugangswege und stellte Ergebnisse aus dem klinischen Alltag zur Diskussion.

„Die Möglichkeiten, Formen der Senkung zu behandeln, entwickeln sich stetig weiter. Daher ist es wichtig, den aktuellen medizinischen Stand zu verfolgen und neue Erkenntnisse in die Behandlung einzubinden “, hält Prof. Tempfer abschließend fest.

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