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Nervenschmerzen nach Unfällen erforschen und behandeln

DGUV fördert neue Stiftungsprofessur am Bergmannsheil

Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH am 12.07.19

Prof. Dr. Martin Tegenthoff und Jun.-Prof. Dr. Elena Enax-Krumova – Bildnachweis: Volker Daum/Bergmannsheil

Am BG Universitätsklinikum Bergmannsheil wird eine neue W1-Stiftungsprofessur für Neuronale Regenerationsforschung eingerichtet. Sie wird nach dem abgeschlossenen universitären Berufungsverfahren besetzt von Dr. Elena Enax-Krumova, Mitarbeiterin der Neurologischen Universitätsklinik und Poliklinik (Direktor: Prof. Dr. Martin Tegenthoff). Die Professur wird für bis zu sechs Jahre mit einer Fördersumme von 630.000 Euro von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) finanziert, die mit der Ruhr-Universität Bochum und dem Bergmannsheil eine entsprechende Vereinbarung geschlossen hat. Dr. Elena Enax-Krumova wird im Rahmen ihrer Juniorprofessur innovative klinische Rehabilitationsverfahren nach Nervenverletzungen entwickeln und erproben.

Andauernde Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit

„Nervenverletzungen nach Unfällen können bei Betroffenen zu Lähmungen und Gefühlsstörungen und lang andauernder Beeinträchtigung im Arbeits- und Privatleben führen“, sagt Prof. Tegenthoff. „Wir haben erheblichen Bedarf nach neuen und wirksamen Behandlungskonzepten für diese Menschen, deshalb freuen wir uns sehr, dass wir unsere Forschung dank der Unterstützung der DGUV mit der Stiftungsprofessur für Frau Dr. Enax-Krumova erheblich intensivieren können.“ Periphere Nervenverletzungen entstehen im Rahmen von Unfällen mit stumpfer oder scharfer Gewalteinwirkung, aber auch durch Zugwirkung eines Nervs zum Beispiel infolge von Knochenbrüchen. Sie treten vor allem an Armen und Beinen auf und sind häufig inkomplett, das heißt, sie äußern sich in einem teilweisen, nicht in einem vollständigen Funktionsverlust. Nervenschäden mit neurologischen Ausfällen (zum Beispiel Lähmungen oder Gefühlsstörungen) können unterschiedliche Verläufe haben und bei einem Teil der Betroffenen zu anhaltenden Beeinträchtigungen führen. Selbst nach korrekter leitlinien-gerechter Behandlung leiden rund 30 Prozent dieser Patienten dauerhaft an den neurologischen Ausfällen und zusätzlichen Nervenschmerzen, also neuropathischen Schmerzen. Trotzdem ist bislang kaum erforscht, wie man die Regeneration von beeinträchtigten peripheren Nerven optimieren kann.

Den Heilungsverlauf verbessern

Ein erster Forschungsschwerpunkt im Rahmen der Juniorprofessur ist, ein standardisiertes Monitoring für Patienten mit Nervenverletzungen zu entwickeln und zu etablieren. Damit sollen Regenerationsprozesse in Abhängigkeit vom primären Verletzungsmuster erfasst und Gruppen von Patienten identifiziert werden, die einen schweren Krankheitsverlauf und eine verzögerte Heilung aufweisen beziehungsweise neuropathische Schmerzsyndrome entwickeln. Hierzu ist eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den operativen Disziplinen im Bergmannsheil (Unfallchirurgie, Plastische Chirurgie und Handchirurgie) geplant, die die Primärversorgung von Verletzen leisten. Insbesondere ist eine Zusammenarbeit zwischen der Neurologie und der Schmerzmedizin vorgesehen. Ziel dabei ist es, gezielte therapeutische Strategien und Interventionen ableiten zu können, um die neurale Regeneration zu verbessern. Dabei geht es insbesondere auch um die Funktion der sogenannten myelinisierten Fasern, die nach heutigem Wissensstand schlechter regenerieren. Ein weiterer Ansatz wird die Entwicklung pharmakologischer und nicht-pharmakologischer individualisierter Therapiestrategien sein. Damit soll der Heilungsverlauf für die als Risikopatienten identifizierten Personen frühzeitig unterstützt und verbessert werden.

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