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Epidemiologie-Lehre im Master an der Hochschule Niederrhein

Hochschule Niederrhein am 06.05.20

Im Master-Studiengang Health Care beschäftigen sich die Studierenden unter anderem mit Epidemiologie.

Infektionsrate, Reproduktionszahl, Verdoppelungszeit: In der Corona-Krise kommt es darauf an, Zahlen und Daten zu interpretieren und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ein Mammut-Aufgabe für Epidemiologen, die derzeit unter anderem in den Gesundheitsämtern dringend gesucht werden. An der Hochschule Niederrhein gibt es seit knapp zwei Jahren am Fachbereich Gesundheitswesen den erweiterten Masterstudiengang Health Care mit der neuen Vertiefungsrichtung Gesundheitswissenschaften. Darin eingebettet sind Module zur Epidemiologie. Studienrichtungsleiterin ist die Epidemiologin Prof. Dr. Maria Weyermann.

„Epidemiologen beschreiben das Erkrankungsgeschehen auf Bevölkerungsebene“, sagt sie. Bei Infektionskrankheiten müssen sie dazu die oben genannten Kenngrößen aus Meldezahlen berechnen. Sie haben weniger wie ein Arzt die individuelle Erkrankung und Behandlung eines Patienten, sondern ganze Bevölkerungsgruppen im Blick. „Wie viele Menschen werden krank? Was sind die Ursachen? Welche Risikofaktoren gibt es für die Erkrankung? Sind diese modifizierbar? Mit diesen Fragen gehen Epidemiologen täglich um“, sagt Weyermann.

An der Hochschule Niederrhein lernen die Studierenden die Qualität von epidemiologischen Studien zu beurteilen und eigenständig Pläne zum Design und zur Durchführung solcher Studien zu entwerfen. Sie können die Ergebnisse von Datenanalysen interpretieren und kennen die Herausforderungen bei der Interpretation statistischer und ökonometrischer Modelle.

Die erste Kohorte des neuen Masterstudiengangs Health Care mit dem Schwerpunkt Gesundheitswissenschaften ist im vierten und damit letzten Semester. Die rund 15 jungen Frauen und Männer beginnen derzeit mit ihrer Masterarbeit, die Betreuung durch die Dozenten läuft überwiegend über Videokonferenzen.

Die Kohorte im zweiten Semester erhält aktuell digitalen Unterricht zum Beispiel mittels vertonter Powerpoint-Folien und Videokonferenzen. „Das wird von den Studierenden sehr gut angenommen“, sagt Weyermann, die neben Epidemiologie Public Health und Biometrie am Fachbereich Gesundheitswesen lehrt. Im nächsten Semester ist eine Vertiefung zur Infektions-Epidemiologie geplant. Ein Thema, bei dem die Studierenden besonders viel von der aktuellen Situation auf ihr Studium übertragen können und umgekehrt.

Für die Epidemiologin ist klar: „So schnell wird die Hochschule nicht wieder zum Regelbetrieb zurückkehren können.“ Dafür hält sie die momentane Situation noch nicht für stabil genug. „Präsenzzeiten für Studierende sollte man auf das Nötigste reduziert halten“, sagt sie. Und meint damit vor allem Prüfungen. „Die sind dringend notwendig und sollten möglich sein, wenn wir uns an Hygiene- und Abstands-Regeln halten und sich die Situation weiterhin positiv entwickelt.“

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