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Unit-Dose-Versorgung eingeführt

Neue Technik steigert Patientensicherheit durch automatisierte Prozesse bei der Medikamentenversorgung

Knappschaftskrankenhaus Bottrop GmbH am 05.05.21

Die richtige Medikation in der richtigen Dosierung zum richtigen Zeitpunkt für den richtigen Patienten zusammenzustellen ist ein zeitaufwendiger Prozess mit Fehlerrisiko. Hier erhöht die digitale Unterstützung innerhalb der Medikamentenversorgung erheblich die Arzneimitteltherapiesicherheit und schafft mehr Zeit für die Pflege der Patienten.

Nach einer erfolgreichen Pilotphase im März werden die 11 Fachkliniken im Knappschaftskrankenhaus Bottrop nacheinander federführend durch die Zentralapotheke der Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum GmbH auf die Unit-Dose-Versorgung umgestellt. Traditionell wurden die Medikamente – meist während der Nachtschicht – im Vier-Augen-Prinzip durch die Pflegekräfte für die Patienten auf ihrer Station zusammengestellt. Mit der Unit-Dose-Versorgung müssen die Medikamente nicht mehr händisch bereitgestellt werden, sondern ein Automat übernimmt die patientenindividuelle Zusammenstellung, Verpackung und Etikettierung von Tabletten, Kapseln und Dragees. Die Fehlerquote kann so auf fast 1 % gesenkt werden, so dass das neue System eine enorme Steigerung der Patientensicherheit mit sich bringt.

Die Unit-Dose-Versorgung ist direkt in das Krankenhausinformationssystem integriert. Hier werden die ärztlichen Anordnungen durch die Apotheker: innen hinsichtlich Dosierung, Wechselwirkungen, Auswahl der Arzneimittel geprüft und mit dem ärztlichen Dienst individuell angepasst. Über das Krankenhausinformationssystem werden die Medikationsprofile der Patient: innen auf digitalem Wege an die Apotheke in Bochum übermittelt, bevor die Medikamente unter Aufsicht von Pharmazeutisch-technischen Assistent: innen unter hohen Hygienestandards automatisch abgepackt werden.

Der Automat sortiert innerhalb kürzester Zeit die Medikamente patienten- und einnahmezeitenbezogen in Tütchen auf denen alle relevanten Daten wie Klinik-Standort, Station, Patientenname, Datum, Medikation und ein QR-Code mit hinterlegtem Beipackzettel aufgedruckt sind. Über ein Kontrollgerät werden die Tüten fotografiert und eine Identitätsprüfung über den Abgleich von Form, Farbe und Beschriftung mittels einer Datenbank durchgeführt. Jede Abweichung wird durch pharmazeutisches Fachpersonal begutachtet und korrgiert. Erst danach verlassen die Tütchen per Versandbox die Apotheke und werden an das Krankenhaus ausgeliefert.

„Die Arbeitserleichterung für das pflegerische Personal ist gerade für den Nachdienst groß“, erläutert Christa Hermes, Pflegedirektorin am Knappschaftskrankenhaus Bottrop. „Durch das neue System bleibt endlich wieder mehr Zeit für die pflegerischen Tätigkeiten am Patienten. Mindestens genau so wichtig ist jedoch die Steigerung der Arzneimittelsicherheit. Mit Hilfe des QR-Codes auf den Medikamententütchen können sich die Patienten über ihre Medikamente und deren Wirkungstoffe informieren und diese z. B. mit ihrer Hausmedikation abgleichen.“

Die Unit-Dose-Versorgung ist deutschlandweit erst in wenigen Kliniken etabliert. Das Knappschaftskrankenhaus Bottrop folgt mit der Umstellung den Verbundhäusern Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum GmbH und Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund, die bereits seit 2020 alle Stationen auf die Unit-Dose-Versorgung umgestellt haben. Zeitgleich mit dem Knappschaftskrankenhaus Bottrop wird die Bergmannsheil und Kinderklinik Buer GmbH durch die gemeinsame Zentralapotheke angeschlossen.

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