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Neue Hotline bietet schnelle Hilfe bei Depressionen

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund reagiert auf Zuspitzung von Problemen während der Corona-Zeit

Klinikum Westfalen – Knappschaftskrankenhaus Dortmund am 08.04.22

Dr. Thomas Finkbeiner

Fünf bis sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland unter einer Depression. Aber nur etwa zehn Prozent von ihnen erhalten eine angemessene Behandlung, und während der Corona-Zeit hat sich die Situation für Betroffene noch einmal deutlich verschlechtert. Durch die Isolation und die mit der Pandemie verbundenen Ängste und Sorgen haben sich Depressionen weiter ausgeprägt. Schutzmaßnahmen und Kontaktbeschränkungen haben die ambulante und stationäre Behandlung erschwert. Menschen, die in dieser Zeit erstmals depressiv erkrankten, erhielten teilweise gar keine Behandlung.

Das Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund hat jetzt auf diese Situation reagiert und eine Depressions-Hotline eingeführt. Unter Tel. 0231 6188-888 erhalten Betroffene und ihre Angehörigen umgehend Unterstützung und Beratung und können sich schnell und unkompliziert über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informieren. Die Hotline ist täglich von 9 bis 15 Uhr erreichbar und kann auch von (niedergelassenen) Ärzten genutzt werden.

„Wir hoffen, dass wir mit diesem niederschwelligen Angebot Menschen ermutigen, den ersten Schritt hin zu einer effektiven Behandlung zu wagen“, sagt Dr. Thomas Finkbeiner, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund. „In unserer durch Selbstoptimierung bestimmten Gesellschaft wagen viele Betroffene nicht, sich ihre eigene Depressivität einzugestehen und Hilfe zu suchen. Die Hotline bietet hier einen einfachen Zugang“, betont erfahrene Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und ergänzt: „Falls eine stationäre Behandlung erforderlich oder medizinisch empfehlenswert ist, macht es die aktuelle Pandemie-Lage Betroffenen leichter, diesen Schritt zu gehen: Die Besuchsregeln wurden mittlerweile gelockert, auch Kinder unter 12 Jahren können wieder zu Besuch kommen. Und für den schnellen Kontakt zu Angehörigen und Freunden stellen wir unseren Patienten jetzt auch kostenfreies W-Lan zur Verfügung.“

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