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MFA können die Lücken nicht schließen!

Verband medizinischer Fachberufe e.V. sieht Übereinstimmung und Differenzen zur Stellungnahme des ExpertInnenrats.

Verband medizinischer Fachberufe e.V. am 10. Juni 2022

Der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) sieht sich in Teilen der Einschätzung des ExpertInnenrates Corona bestätigt. Das Gremium der Bundesregierung empfiehlt dringend eine Reform des Gesundheitswesens mit dem Ziel, die „übermäßige Arbeitsbelastung der verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen“ zu reduzieren und „deren Vergütung adäquat“ anzupassen.

Die Aussage: „Ohne eine sichtbare Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufs und anderer Gesundheitsberufe kann absehbar von einer nachhaltigen Versorgungskrise im Gesundheitssystem ausgegangen werden“ stimme mit der Resolution der Mitglieder der 27. ordentlichen Bundeshauptversammlung überein, erklärte dazu vmf-Präsidentin Hannelore König. Mitte Mai hatte das höchste Organ des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V. getagt und eine Resolution verabschiedet. Diese Entschließung liegt nun in der Endfassung vor. Die Interessenvertretung der Medizinischen, Tiermedizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten (MFA, TFA, ZFA) sowie der Zahntechnikerinnen und Zahntechniker formuliert darin Forderungen an die Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene, um dem Fachkräftemangel entschieden zu begegnen.

„Der Engpass in den von uns vertretenen Berufen ist dramatisch“, so Hannelore König. „Vielerorts ist der Arbeitsmarkt leergefegt. Ärztliche Praxen müssen ihre Leistungen einschränken. Zahnärztliche Praxen suchen händeringend nach Personal. Wir sehen als wichtigste Gründe dafür die völlig unzureichende Gehaltssituation, die enorme Stressbelastung im Arbeitsalltag und die fehlende Wertschätzung. Diese Situation hat sich seit Beginn der Pandemie potenziert. Ich erinnere nur daran, dass die Teams der ärztlichen Praxen mehr als 90 Prozent der COVID-19-Patientinnen und Patienten versorgt haben. Deshalb lassen wir nicht locker und haben dringende Maßnahmen aufgelistet. Diese betreffen in erster Linie die Anpassung der Gehälter, aber auch die Reduzierung der Stressbelastung. Daneben gilt es, die Rolle von MFA und ZFA in der Patientenversorgung und in der Kooperation mit anderen Gesundheitsberufen zu stärken. Außerdem müssen die Kompetenzen von MFA und ZFA auch im berufsrechtlichen und bildungspolitischen Rahmen anerkannt und die Aus- und Fortbildung aller von uns vertretenen Berufe verbessert werden.

Das heißt gleichzeitig: MFA können nicht die Lücken in der Pflege in den Kinder- und Jugendkliniken füllen. In diesem Punkt widersprechen wir dem ExpertInnenrat entschieden. Gesundheitsberufe sollten nicht in Konkurrenz zueinander treten, sondern ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Kenntnisse gegenseitig anerkennen und zum Wohle der Patientinnen und Patienten einsetzen. Es ist Sache der Politik, dafür die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Neue Berufsbilder wie die der Impfnurse mit neuen Schnittstellen helfen nur bedingt.“

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