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Neue endoskopische Wirbelsäulen-Operationsmethode am St. Bernhard-Hospital

St. Franziskus-Stiftung Münster am 7. Juli 2022

Die Klinik für Operative Orthopädie am St. Bernhard-Hospital setzt für Wirbelsäulen-Operationen nun eine vollendoskopische Methode ein, für die Chefarzt Dr. Martin Grummel und Oberärztin Lucia Trepper in einem eigens dafür geschaffenen Trainingszentrum in Baden-Württemberg umfangreich trainiert haben. Das Kamp-Lintforter Haus ist seit 2021 ein von der Deutschen Wirbelsäulen-gesellschaft (DWG) anerkanntes Wirbelsäulenspezialzentrum. „Wir verstehen es als unsere Aufgabe als Wirbelsäulenspezialzentrum, nicht nur die Vorgaben für Indikations-, Struktur- und Prozessqualität zu erfüllen, sondern auch, an Innovationen teilzuhaben“, erläutert Martin Grummel.

Viele Vorteile durch neue Technik

Der 35-jährige Danny Lüke war der erste Patient, bei dem diese neuartige Technik angewandt wurde. „Der Hautschnitt für den Zugang ist wesentlich kleiner als bei dem Standard-Zugang mit Mikroskop und die Muskulatur wird viel mehr geschont“, berichtet Lucia Trepper. „Das Infektionsrisiko ist kleiner, das Blutungsrisiko geringer, die Sicht genauer. Dadurch kann der Patient schneller mobilisiert werden.“
Alles Argumente, die Danny Lüke im Beratungsgespräch mit den Ärzten überzeugten. Ihm war beim Krafttraining das Bein weggeknickt und er litt unter sehr starken Schmerzen. „Da ich Schmerzen gewöhnt bin, wollte ich erst einmal abwarten und nahm starke Tabletten“, erzählt der Wasserbauer aus Duisburg-Homberg. Als sie nach zehn Tagen noch anhielten, überwies ihn der Hausarzt in das St. Bernhard-Hospital zu Martin Grummel. Dort folgten erste Untersuchungen sowie eine Abklärung der Ursachen durch eine Magnetresonanz-Tomografie (MRT), bei der ein doppelter Bandscheiben-Vorfall deutlich wurde.

Kamera im Trokar ermöglicht Blick in die Tiefe

Bei der Operation von Danny Lüke (l.) durch Oberärztin Lucia Trepper und Chefarzt Dr. Martin Grummel wurde erfolgreich eine neue vollendoskopische Wirbelsäulen-Operationstechnik im St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort eingesetzt. (Foto: Baum-Kommunikation)

Bei der nachfolgenden Operation, die Martin Grummel und Lucia Trepper durchführten, wurde der Eintrittspunkt für den Zugang zum Rückenmarkskanal mit Hilfe einer Röntgenkontrolle bestätigt.
Zunächst führten sie eine schmale Hülse, einen sogenannten Trokar, ein. Sie dient als Führungskanal für die Kamera und Instrumente. Ziel des Trokars ist das sogenannte „Gelbe Band“. Ein weichteiliger Zugang zum Rückenmarkskanal, auch Knochenfenster genannt. „Durch die Kamera haben wir eine viel bessere Sicht in der Tiefe auf die Nerven“, präzisiert Lucia Trepper.
Diese gelbe Band wurde nun teils weggenommen, teils beiseite geschoben. Dann wurde der Rückenmarksack und die betroffene Nervenwurzel dargestellt und das vorgefallene Bandscheibengewebe herausgezogen und der Nerv vom Druck befreit. Das Ergebnis: Danny Lüke war schmerzfrei und konnte – dank der neuen Technik – bereits am Tag der Operation aufstehen.

Gut betreut und sehr wohl gefühlt

Zwei Tage später wurde Danny Lüke schon aus dem Krankenhaus entlassen. „Ich fühle mich einfach super“, strahlt er. „Nun bin ich wieder beschwerdefrei und brauche keine starken Schmerztabletten mehr. Das Ärzte- und das Pflegeteam haben sich wunderbar um mich gekümmert. Ich habe mich im St. Bernhard-Hospital sehr wohl und gut betreut gefühlt.“
„Wir haben diese neue OP-Methode zusammen mit einem Spezialisten immer wieder und wieder geübt. Denn zur Anwendung der in Deutschland entwickelten Geräte und dieser speziellen Technik ist intensives Training erforderlich“, weiß Martin Grummel. Der Erfolg bei der neu eingeführten Operation und ein schmerzfreier Patient sind der Lohn.

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