Wir können Gesundheit

Vernetzung statt Einzelkämpfertum, Verstetigung statt Projektitis!

Sommersymposium stärkt den Kooperationsgedanken in der digitalen Gesundheitsversorgung

ZTG – Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH am 18.08.22

Unter dem Motto „Die Zukunft ist digital: Jetzt austauschen, vernetzen und voneinander lernen“ luden die ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH und die Virtuelles Krankenhaus NRW gGmbH am 16. August 2022 zu ihrem ersten Sommersymposium „Vernetzte Versorgung“ in die Räume der kooperierenden FernUniversität Hagen ein. 200 Personen nahmen in Präsenz und online teil.

Dr. med. Carsten König, stellv. Vorstandvorsitzender Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, Michael Mruck, stellv. Leiter der vdek-Landesvertretung NRW, Mark G. Friedrich, Kaufmännischer Geschäftsführer der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Björn Weiß, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Rainer Beckers, Geschäftsführer ZTG GmbH (v.l.n.r.).

„Virtuelles Krankenhaus NRW und das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin haben beide einen großen Anteil daran, dass Nordrhein-Westfalen Vorreiter für Digitalisierung im Gesundheitswesen ist. Wir wollen hier Maßstäbe setzen für wirklich flächendeckende und nachhaltige Veränderungen zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land“, eröffnete Lars Andre Ehm, Gruppenleiter Gesundheitsversorgung, Prävention, Digitalisierung der medizinischen Versorgung im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen das Symposium. Es war die erste gemeinsame Veranstaltung beider Institutionen mit dem Ziel, Projekte und Initiativen aus den Bereichen Telemedizin und Telekonsile zusammenzubringen und miteinander zu vernetzen.

Nadja Pecquet, Geschäftsführerin der Virtuelles Krankenhaus NRW gGmbH, begrüßte die Teilnehmenden mit den Worten: „Wenn wir ernsthaft die Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt stellen, müssen wir in den Austausch gehen und gute Ansätze gemeinsam weiterfolgen. Über regionale und Sektorengrenzen hinweg. Was sich bewährt hat, muss strukturell verankert und weiterentwickelt werden, statt immer neue Einzelprojekte von Grund auf neu zu entwickeln. Das betrifft insbesondere Technik, Prozesse, Datenschutz und damit verbundene Rechtsfragen.“

Dass es schon einige erfolgreiche Ansätze und Modelle für Telemedizin und speziell Telekonsile gibt, zeigte der erste Block der Veranstaltung, in dem sich nach einem Impuls von Dr. med. Sandra Dohmen, aus der Uniklinik RWTH Aachen unterschiedliche Initiativen und Projekte aus ganz Deutschland vorstellten: die Innovationsfondsprojekte „ERIC“ (Charité Berlin), „Optimal@NRW“ (Uniklinik RWTH Aachen) und das Regionale Telepädiatrische Netzwerk (Universität Greifswald). Darüber hinaus präsentierten sich „TeleCOVID“ aus Hessen sowie das EFRE-Förderprojekt „GerNe Digital!“. „Nur gemeinsam geht es besser! Intersektorale Versorgung lebt vom Miteinander!“, brachte PD Dr. med. Jörg Christian Brokmann, Leiter der Zentralen Notaufnahme der Uniklinik RWTH Aachen, der „Optimal@NRW“ vorstellte, den Vernetzungsgedanken auf den Punkt.

Rainer Beckers, Geschäftsführer der ZTG GmbH, verwies in seinem anschließenden Vortrag auf den unmittelbaren Mehrwert all dieser Projekte: „Telemedizinische Netzwerke können Verlegungen und Arztbesuche reduzieren. Die große Chance für die Behandelnden und die Patienten besteht darin, dass wir Sektoren überwinden und interprofessionell agieren. Damit das funktioniert, brauchen wir geeignete Rahmenbedingungen. Daran müssen wir gemeinsam arbeiten. Und das können wir!“

Die daran anschließende Diskussion zeigte: Telemedizinische Netzwerke wie das Virtuelle Krankenhaus NRW haben das Potenzial für echte Versorgungsverbesserungen. Dauerhaft erfolgreich können solche Versorgungsmodelle allerdings nur dann sein, wenn die Rahmenbedingungen passen. Interoperable Systeme, ein Ausbau der notwendigen Infrastruktur auch in ländlichen und strukturschwachen Gebieten und eine solide Finanzierung.

Mark G. Friedrich, Kaufmännischer Geschäftsführer der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Mitglied im ZTG-Aufsichtsrat betonte: „Wir müssen gute Erfahrungen aus der vernetzten Versorgung in die Fläche tragen: Auf die Reihenfolge kommt es an: Prozesse optimieren, Nutzen für die Beteiligten herausarbeiten und dann technisch umsetzen. Kernforderungen bleiben: Patientenversorgung verbessern, ärztliche Arbeit erleichtern.“

Digitale Projekte können beim Erreichen dieser Ziele helfen – ganz besonders im Verbund und in überregionalen Kooperationen. Das Sommersymposium gab einen Startschuss für diesen Vernetzungsgedanken, auch über die Landesgrenzen hinweg.

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