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Netzwerkgründung für rationale Antibiotika-Verordnung

Vestische Caritas-Kliniken GmbH am 18. November 2022

In vielen Bereichen der Medizin ist es essenziell, gut wirksame Antibiotika zur Verfügung zu haben. In zunehmender Weise schränken jedoch bakterielle Resistenzen deren Wirksamkeit ein. Da neue Antibiotika absehbar nicht in relevantem Ausmaß zur Verfügung stehen werden, ist der zielgerichtete Einsatz der vorhandenen Antibiotika dringend notwendig. In Nordrhein-Westfalen werden im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich häufig Antibiotika verordnet. Es besteht ein besonderer Bedarf an Maßnahmen – „Antibiotic Stewardship“ genannt –, um einen rationalen Antibiotika-Einsatz zu fördern und unnötige Verordnungen zu vermeiden. Solche Maßnahmen sind effektiver, wenn sie sich nicht nur auf Teilbereiche des Gesundheitswesens beschränken.

Auf Initiative der Ruhr-Universität Bochum, des St. Vincenz-Krankenhauses Datteln, des Ärztenetzes Bielefeld, des Universitätsklinikums Münster und der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld wurde am 9. November 2022 im Rahmen einer Veranstaltung an der Ruhr-Universität Bochum das „Antibiotic Stewardship- Netzwerk Westfalen-Lippe“ gegründet, um die Zusammenarbeit über Fach- und Sektorgrenzen hinweg zu verbessern. Beteiligt an dem Netzwerk sind ärztliche Berufsverbände, Praxen, Ärztenetze, Kliniken, Apotheken, Labore und die medizinische Verwaltung, um den Austausch zu verbessern und Maßnahmen zu koordinieren.

Da Antibiotika von den Verordnern in sehr unterschiedlichem Ausmaß eingesetzt werden, wird u. a. angestrebt, einheitliche und aktualisierte Empfehlungen zur antibiotischen Therapie zu erstellen und die praxisgerechte Umsetzung zu fördern. Dies steigert die Verordnungssicherheit und verbessert die Kommunikation mit Patienten insbesondere an den Schnittstellen der Versorgung.

Diese Form der Kooperation ist bisher bundesweit einmalig und kann als Modell für andere Regionen dienen.

„Wir freuen uns, dass der erste Schritt gemacht ist und unser Netzwerk startet. Jetzt gilt es, möglichst viele Kolleg:innen im ambulanten und stationären Bereich für Antibiotic-Stewardship-Maßnahmen zu gewinnen: wir wollen vor allem diejenigen erreichen, die nicht schon primär infektiologisch tätig sind. Alle Patient:innen im Versorgungsgebiet Westfalen Lippe sollen von einheitlichen, lokal angepassten Antibiotikatherapien profitieren – dadurch vermindern wir das Risiko von Resistenzen und machen die antiinfektiven Therapien sicherer.“, so Dr. med. Anke Hildebrandt, die das St. Vincenz-Krankenhaus Datteln als Mit-Initiatorin des Netzwerkes vertritt.

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