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Ultraschallgerät im Kitteltaschenformat

Marien Hospital Herne ermöglicht Studierenden das Üben mit Ultraschallgeräten zuhause

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 18. November 2022

In vielen Fällen, insbesondere in Notfallsituationen, ist der Einsatz von Ultraschall für die schnelle Diagnose einer Krankheit oder einer Verletzung unerlässlich. Mit Hilfe des Ultraschallgeräts können die Funktionen der Organe überprüft und potenziell lebensbedrohliche Situationen, wie zum Beispiel innere Blutungen oder ein Lungenkollaps, erkannt werden. Darum ist die sogenannte Sonographie ein wichtiger Teil der Ausbildung der Medizin-Studierenden. Im Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum haben die Studierenden nun die einzigartige Möglichkeit, mit mobilen Ultraschallsonden und ihrem Smartphone auch zuhause die Nutzung eines Ultraschallgeräts zu üben.

Prof. Dr. Ulrich Frey (l.), Direktor der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Schmerz- und Palliativmedizin des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum und Dr. Thomas Komanek (r.), Oberarzt der Fachklinik, präsentieren die mobile Ultraschallsonde.

Seit einem Jahr werden die Studierenden der Ruhr-Universität Bochum während ihres Blockpraktikums im Marien Hospital Herne nach dem Blended Learning-Prinzip unterrichtet. Dabei handelt es sich um mehr als nur eine Kombination aus E-Learning- und Präsenz-Einheiten. Es ist eine neuartige Methode, die flexibel und individuell, unabhängig von Zeit oder Ort den Studierenden das Erwerben neuer Kenntnisse ermöglicht.

Für das Blockpraktikum Notfallmedizin in der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Schmerz- und Palliativmedizin des Marien Hospital Herne stehen den Medizin-Studierenden seit kurzem modernste mobile Ultraschallgeräte zur Verfügung. Diese können, dank der passenden App, mit dem als Bildschirm dienenden Smartphone, verbunden werden. Damit wird den Studierenden ermöglicht, ihr theoretisch erlerntes Wissen zuhause praktisch anzuwenden. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Digitalisierung der Lehre. Die Übung der Ultraschallfertigkeiten war nämlich bisher aufgrund der Ausmaße der Geräte und ihrer hohen Anschaffungskosten praktisch ausschließlich während der Blockpraktika im Krankenhaus und daher auch nur zeitlich begrenzt möglich.  „Die Studierenden können nun mit Hilfe von Freunden und Familie den Umgang mit einer Ultraschallsonde und Einstellungen bzw. Handgriffe üben“, so Prof. Dr. Ulrich Frey, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Schmerz- und Palliativmedizin.

Aufbau des Blockpraktikums

Am Ende des Medizinstudiums steht für die Studierenden das Blockseminar im Bereich der Notfallmedizin an. In diesem Seminar erlernen sie unter anderem das Vorgehen bei der Erstuntersuchung von Traumapatienten, mittels Ultraschall, die mittlerweile zum Standard der Versorgung solcher Patienten gehört und im Notfall lebensrettend sein kann. Die Theorie erarbeiten sich die angehenden Mediziner online mit Hilfe von Lernvideos und Präsentationen. „Um die notwendigen Untersuchungen genau, aber auch schnell durchführen zu können, ist sehr viel Übung nötig. Die Einstellung des Ultraschallbildes, wie zum Beispiel die Helligkeit oder die Eindringtiefe der Ultraschallwellen, muss an das Untersuchungsgebiet angepasst werden. Außerdem ist die Handhabung der Ultraschallsonde am Anfang gar nicht so einfach“, beschreibt Dr. Thomas Komanek, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Schmerz- und Palliativmedizin die Herausforderungen bei einer Ultraschall-Untersuchung. Bisher war es üblich, dass es anschließend an die Theorie eine praktische Unterrichtseinheit im Marien Hospital Herne gab, in der die Studierenden ihr erlerntes Wissen unter Beweis stellen konnten. Dabei wurde eine komplexe Puppe, die die klassischen Trauma-Verletzungen im Ultraschall simulieren kann, untersucht. Durch die mobilen Ultraschallgeräte können die Studierenden nun vor der praktischen Lerneinheit im Marien Hospital Herne, zuhause den Umgang mit dem Ultraschallgerät und die Reihenfolge der Untersuchungsschritte üben.

Mobile Ultraschallgeräte Teil einer Studie

Wie sinnvoll ein solcher Einsatz der mobilen Ultraschallsonden ist und ob er sich auf den Lernerfolg auswirkt, wird derzeit im Rahmen einer Studie wissenschaftlich untersucht. Dabei werden die Teilnehmenden des Blockpraktikums in zwei Gruppen aufgeteilt: Während die Kontrollgruppe nach wie vor Präsentationen und Lernvideos zum Thema Notfallsonographie erhält, dürfen die Probanden der Untersuchungsgruppe zusätzlich die mobilen Ultraschallgeräte für eine Woche ausleihen und mit nach Hause nehmen. So hat die zweite Lerngruppe die Möglichkeit, das Sonographieren zuhause zu üben. Im Anschluss werden die Fähigkeiten der beiden Gruppen, im Umgang mit dem Ultraschallgerät, anhand eines etablierten Scoring-Systems objektiv bewertet und miteinander verglichen. Mit ersten Ergebnissen der Studie ist in circa einem Jahr zu rechnen.

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