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Prof. Dr. André Posenau ist neuer Dekan des Departments für Pflegewissenschaft

Dem bevorstehenden Personalmangel in den Fachschulen und der Pflegepraxis möchte das Department mit neuen Masterstudiengängen begegnen

Hochschule für Gesundheit am 1. September 2023

Prof. Dr. André Posenau ist neuer Dekan des Departments für Pflegewissenschaft (DPW) an der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum. Der 42-Jährige tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Markus Zimmermann an, den es an die Hochschule Bielefeld zieht  und der dort nach acht Jahren an der Hochschule für Gesundheit eine neue Aufgabe sucht.

Foto: HS Gesundheit
Foto: HS Gesundheit

André Posenau ist Gründungsmitglied des DPW und seit rund zehn Jahren an der HS Gesundheit tätig. Von Januar 2022 bis September 2022 war er Vorsitzender des Senats der Hochschule, nun möchte der Professor für Interaktion und interprofessionelle Kommunikation in Pflege- und Gesundheitsfachberufen das Department federführend weiterentwickeln. „Das DPW bleibt ein zentraler Baustein dabei, die Pflegewissenschaft in Deutschland voranzutreiben“, sagt André Posenau. „Dafür benötigen wir Bachelor- und Masterprogramme, die nicht nur die Bandbreite der Pflege abdecken, sondern neben dem pädagogischen Zweig auch den klinischen bedienen. In diese Richtung möchten wir unser Studienangebot weiterentwickeln.“ Darüber hinaus ist ihm die Nachwuchs- und Personalförderung ein großes Anliegen. André Posenau: „Wir haben ein tolles Kollegium, das unterschiedliche Entwicklungswünsche hat. Die möchte ich gerne ermöglichen.“ Ein weiterer Schwerpunkt werde in der politischen Arbeit auf unterschiedlichen Ebenen liegen. „Unser Ziel ist es, die Akademisierung der Pflege voranzutreiben, um so dem Fachkräftemangel in der Versorgung und den Pflegefachschulen entgegenzuwirken.“

Die Pflegepraxis steht vor einem Lehrer*innenmangel

André Posenau: „Generell ist kein Versorgungsszenario ohne professionelle und selbstbewusste Pflege denkbar. Im Pädagogischen Bereich laufen wir aber auf einen Flaschenhals zu, der einen drastischen Lehrer*innenmangel in der Pflegepraxis bedeuten würde, was zu weniger Auszubildenden führen wird. Das wäre eine Katastrophe für unser Gesundheitssystem.“ Dieser Entwicklung möchte das Department mit seinem neuen Studienprogramm entgegenwirken. „Wir entwickeln zum Beispiel gerade einen Pädagogik-Masterstudiengang, der einen hohen Anspruch hat, moderne Didaktik vermittelt und gut studierbar ist, um in den Lebenswelten der Studierenden zu funktionieren“, kündigt der neue Dekan an.

Im Bereich der ambulanten sowie der stationären Versorgung von pflegebedürftigen Menschen sei die personelle Lage in der Kinder- und Jugendmedizin sowie der Altersheilkunde am problematischsten. „Der Druck ist im pädiatrischen und geriatrischen Bereich am größten“, so André Posenau. „Hier werden wir Schwerpunkte setzen, um junge Menschen auszubilden, die entsprechend der Versorgungsbedarfe spezialisiert sind. Letztendlich sollten alle Programme darauf abzielen, eine gute Grundlage für lebenslanges Lernen zu sein. Die Versorgungsszenarien werden immer komplexer und einfache Antworten werden nicht ausreichen, um die pflegerische Versorgung in Deutschland sicherzustellen.“

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