Gesundheitsmetropole Ruhr Tourbook online

BrainBusiness

Rückblick auf das Jahrestreffen 2024

MedEcon Ruhr am 5. Juli 2024

Mit dem Veranstaltungsformat BrainBusiness sind wir angetreten, um im Ruhrgebiet ein Austauschformat im Bereich der Neurowissenschaften zu etablieren.

Unterschiedliche Disziplinen und vor allem unterschiedliche Perspektiven aus Wissenschaft, Versorgung und Wirtschaft sollen zusammenkommen und voneinander lernen! Nach erfolgreicher Etablierung haben wir die Reihe am 3. Juli fortgeführt und den Fokus auf die beiden Themenbereiche Mentale Gesundheit und Neurodegenerative Erkrankungen gelegt.

Mentale Gesundheit

Im Bereich der mentalen Gesundheit kam der erste Impuls aus der dem noch jungen Forschungsbereich der Social Neuroscience, aus dem Prof. Dirk Scheele von der Fakultät für Psychologie einen Einblick in die Implikationen von chronischer Einsamkeit und sozialer Isolation gab. Ebenfalls zur Perspektive der psychosozialen Versorgung konnte der Lehrstuhl Klinische Kinder- und Jugendpsychologie von Prof. Sylvia Schneider einen wichtigen Beitrag leisten: Dr. Lukka Popp stellte das Urban Mental Health-Projekt vor, das eine komplexe Intervention zur Verbesserung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Stadt, hier speziell in Bochum-Wattenscheid zum Gegenstand hat. Es ist eines der drei Leuchtturmprojekte des Deutschen Zentrums für psychische Gesundheit und somit ein Beispiel für die hervorragende Verzahnung von Forschung und Versorgung zur psychischen Gesundheit in Bochum.

Das Spektrum wurde unternehmensseitig komplettiert durch den Beitrag von Noemi Fath von der Healthy Project GmbH. Unter der Marke webPrax bietet das Unternehmen Lösungen für Videosprechstunden insbesondere für die psychotherapeutische Versorgung an. Ganz im Sinne des Austauschgedankens stellte Healthy Projects auch Ideen zur weiteren Skalierung durch telemedizinische Lösungen in der psychotherapeutischen Versorgung vor. Die anschließende Diskussion verdeutlichte an den Schnittstellen von Neurowissenschaften und psychosozialen Herausforderungen das gemeinsame Entwicklungspotenzial von Forschung, Versorgung und unternehmensgetragenen Innovationen.

Neurodegenerative Erkrankungen

Die Verbindung von neurowissenschaftlicher Forschung und Versorgung bestimmte den zweiten Themenblock der neurodegenerativen Erkrankungen mit Blick auf Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson. Zunächst gab Prof. Konstanze Winklhofer aus der Abteilung Molekulare Zellbiologie am Institut für Biochemie und Pathobiochemie einen Einblick in die Pathomechanismen neurodegenerativer Erkrankungen. Die Mechanismen der Proteinablagerung werden dabei immer besser verstanden und es lassen sich zunehmend besser Erkenntnisse für therapeutische Strategien ableiten.

In sehr guter Ergänzung dazu konnte Prof. Dr. Klaus Gewert, geschäftsführender Gründungsdirektor des Zentrums für Proteindiagnostik (PRODI) an der Ruhr-Universität Bochum, aufzeigen, wie weit Möglichkeit zur Früherkennung dieser Erkrankungen durch die von PRODI entwickelten Proteintest bereits gediehen sind. Für diese herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten wurde Prof. Gerwert im letzten Jahr mit dem Innovationspreis des Landes NRW geehrt. Passend zur BrainBusiness-Perspektive stellte er mit der Ausgründung der betaSENSE GmbH aber auch vor, wie die Erkenntnisse und das entstandene Know-how in ein wirtschaftlich erfolgreiches Geschäftsmodell transferiert werden sollen.

Welche Herausforderung die praktische Versorgung von Parkinson-Erkrankten trotz aller Fortschritte in der Früherkennung und Sekundärprävention beinhaltet, verdeutlichte abschließend Prof. Dr. Lars Tönges, Leiter der Sektion Parkinsonerkrankungen und Bewegungsstörungen der Neurologischen Klinik am St. Josef-Hospital. Dabei konnte er die Bedeutung einer multiprofessionellen Versorgung von Parkinson-PatientInnen darstellen und aufzeigen, wie man diese in Netzwerken erfolgreich organisiert. Und trotz aller Lücken, die zwischen Forschung und Versorgungspraxis noch zu überwinden sind, zeigte die Diskussion das Potential derartiger solcher Netzwerkstrukturen: unter anderem, um größere Studien mit entsprechenden Patientenzahlen zu realisieren, aber ggf. auch um die Aufmerksamkeit für das Thema Früherkennung und daraus abzuleitende ethische, rechtliche und soziale Fragen zu erhöhen.

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