Gesundheitsmetropole Ruhr Themen

80.000 Euro für Herzforschung

Kardiologie am St. Josef-Hospital untersucht Erkrankung kleinster Herzgefäße

Kath. Klinikum Bochum gGmbH - Universitätsklinikum der RUB am 25. Juni 2026

Großer Erfolg für die Forschung am Katholischen Klinikum Bochum: Die Deutsche Stiftung für Herzforschung fördert ein Forschungsprojekt der Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum St. Josef-Hospital mit knapp 80.000 Euro. Im Mittelpunkt steht die sogenannte koronare Mikrozirkulationsstörung (ANOCA = Angina with Non-Obstructive Coronary Arteries), eine bislang oft unterschätzte Erkrankung der kleinsten Herzkranzgefäße.

Prof. Dr. Arash Haghikia, Direktor der Klinik für Kardiologie am St. Josef-Hospital, und Dr. Johann Rößler, Assistenzarzt der Klinik für Kardiologie und derzeitiger Stipendiat des Clinician Scientist Programms der Ruhr-Uni Bochum (v.l.)

„Es gibt in der Kardiologie häufig den Fall, dass Patientinnen und Patienten bei Belastung Luftnot oder Brustschmerzen haben, sich bei der Katheter-Untersuchung aber herausstellt, dass die großen Herzkranzgefäße unauffällig sind“, erläutert Dr. Johann Rößler, Assistenzarzt der Klinik für Kardiologie und derzeitiger Stipendiat des Clinician Scientist Programms der Ruhr-Uni Bochum. „Oft wird den Betroffenen dann gesagt, dass sie nichts am Herzen hätten. Dabei können auch die kleinen Herzkranzgefäße solche Beschwerden verursachen.“

Dass die Erkrankung lange Zeit schwer zu erkennen war, erklärt Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. Arash Haghikia: „Von den kleinen Herzkranzgefäßen gibt es deutlich mehr als von den großen – und ihr Blutfluss kann gestört sein, ohne dass die großen Gefäße verengt sind.“ Die Diagnose sei deshalb häufig schwierig und werde vielerorts noch zu selten gestellt.
„Nicht jede Klinik verfügt über die notwendigen Untersuchungsmöglichkeiten. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das oft einen langen Leidensweg.“

Heute weiß man, dass etwa die Hälfte der Menschen mit wiederkehrenden Brustschmerzen trotz unauffälliger Herzkatheter-Untersuchung an einer koronaren Mikrozirkulationsstörung leidet. Die Erkrankung geht nicht nur mit einer erheblichen körperlichen und psychischen Belastung einher, sondern erhöht auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Genau hier setzt das Forschungsprojekt „COMET-ANOCA“ an, das seit November 2025 läuft. Ziel ist es, die Ursachen der Erkrankung besser zu verstehen und langfristig neue Therapieansätze zu entwickeln. „Wir möchten herausfinden, warum sich die kleinen Gefäße verengen und welche biologischen Prozesse dabei eine Rolle spielen“, sagt Prof. Haghikia. „Die Erkrankung betrifft häufiger Frauen und kann auch unabhängig von klassischen kardiovaskulären Risikofaktoren auftreten.“

Im Rahmen des Projekts arbeiten die Klinik für Kardiologie und Rhythmologie des St. Josef-Hospitals Bochum und die Abteilung für Systemphysiologie der Ruhr-Universität Bochum (Leiterin: Frau Prof. Daniela Wenzel) eng zusammen. Während spezieller Herzkatheter-Untersuchungen werden kleine Blutproben entnommen und anschließend mit modernen Labormethoden analysiert. Ziel ist es, Stoffwechselprodukte und Moleküle zu identifizieren, die an der Entstehung der Erkrankung beteiligt sein könnten. „Langfristig möchten wir die Grundlage für bessere Diagnoseverfahren und gezielte Therapien schaffen“, so Dr. Rößler. „Die Förderung ist für uns eine große Anerkennung und zugleich ein wichtiger Schritt, um die Versorgung der betroffenen Patientinnen und Patienten zu verbessern.“

© 2026 MedEcon Ruhr - Netzwerk der Gesundheitswirtschaft an der Ruhr

Wir können Gesundheit Wir können Gesundheit