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SepsisDataNet.NRW

Digitalisierte Marker für die Sepsistherapie

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Digitalisierte Marker für die Sepsistherapie

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Bundesweit erkranken jedes Jahr rund 280.000 Menschen an einer Sepsis, so die Angaben der „Sepsis Stiftung“. Ein Drittel bis die Hälfte der Patienten stirbt daran. Damit ist eine Blutvergiftung die dritthäufigste Todesursache in Deutschland.

Eine Sepsis entsteht, wenn eine körpereigene Abwehrreaktion gegen eine Infektion plötzlich das eigene Gewebe schädigt und beginnt, die Organe des Körpers anzugreifen. Wird eine Sepsis nicht schnell erkannt und sofort behandelt, kann sie zu Schock, Multiorganversagen und Tod führen. Die zügige Einleitung zeitkritischer Behandlungsmaßnahmen, insbesondere Antibiotika, intravenöse Flüssigkeitsgabe und gezielte Behandlung zur Instandhaltung des Blutkreislaufs, können das Sterberisiko halbieren.

Das zentrale und im Mittelpunkt des Projektes stehende Problem besteht darin, dass die zeitliche Abfolge und die Stärke der inflammatorischen (entzündlich) und anti-inflammatorischen (nicht-entzündlich) Antwort auf eine entsprechende Behandlung höchst individuell ausfallen, alle Patienten mit einer Sepsis aber im Grunde gleich behandelt werden, und zwar symptomatisch. Biomarker oder klinische Testverfahren, die dieses komplexe immunologische Syndrom gut charakterisieren, existieren nicht, sodass derzeit noch keine individuelle Therapie möglich ist.

Das „SepsisDataNet.NRW“ wurde vor diesem Hintergrund ins Leben gerufen, um in den nächsten drei Jahren folgenden Aufgaben nachzugehen:

  • Erhebung großer Datenmengen durch Digitalisierung und Vernetzung von Universitätskliniken und Aufbau einer Biobank
  • systembiologische Generierung von Datenmustern (Biomarker) als Basis für einen personalisierten Sepsistest, der Aussagen zum Immunstatus des Patienten geben kann
  • Entwicklung eines Decision Support Moduls zur personalisierten Behandlungsunterstützung

Hiermit beschäftigt sich das Konsortium unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Adamzik, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum. Es umfasst eine Vielzahl von weiteren Kliniken, industrielle Partner (darunter die Bochumer Kairos GmbH) und das Medizinische Proteomcenter der Ruhr-Universität Bochum. MedEcon Ruhr ist mit der Projektkoordination beauftragt. Unterstützt wird das Projekt vom Land Nordrhein-Westfalen mit einer Förderung von 2,6 Millionen €.

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