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Roboter-assistiertes Operationssystem „da Vinci“ im Einsatz

Bergmannsheil und Kinderklinik Buer GmbH am 03.12.19

Im Operationssaal 8 des Bergmannsheil Buer treffen die Chirurgen auf einen neuen „Teamkollegen“: da Vinci ist sein Name und er ist ein Spezialist für elektronisch gesteuerte, minimal-invasive Operationen. Das roboter-assistierte Operationssystem ist seit einigen Wochen im Bergmannsheil Buer bei Operationen im Einsatz. Eine Millionen Euro hat die Klinik hierfür investiert. Privat-Dozent Dr. Markus Utech, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, ist begeistert: „Das Operationsgebiet wird dreidimensional und hochauflösend dargestellt. Die Sichtverhältnisse sind durch da Vinci bei der Schlüsselloch-Operation sehr viel besser.“ Utech stellt aber auch klar: „Das Operationssystem führt keinen einzigen Operationsschritt selbstständig aus, sondern nur meine Steuerbefehle.“

Bei Operationen mit da Vinci steht Dr. Utech nicht mehr am Tisch und beugt sich über seinen Patienten, sondern sitzt einige Schritte von ihm entfernt an einer Steuerkonsole. Er blickt auf einen Monitor, auf dem die hochauflösende Kamera des da Vinci zehnfach vergrößerte dreidimensionale Bilder des Operationsfeldes zeigen. Dadurch sind selbst feinste Strukturen wie Nerven und Gefäße erkennbar. Die Unterarme des Operateurs liegen angewinkelt auf einem Polster, die Finger beider Hände stecken in Schlaufen. Mit zwei speziellen Handgriffen steuert Dr. Utech die vier Operationsarme, die beim Patienten am OP-Tisch platziert sind. Alle Bewegungen des Operateurs werden elektronisch hochpräzise, ruhig und fließend auf die Operationsarme mit ihren winzigen Operationsinstrumenten übertragen. Die Instrumente werden über Zugänge mit acht Millimeter Durchmesser eingeführt.

Bei komplexen Operationen von schweren Darm- und Speiseröhrenerkrankungen kommt der da Vinci zum Einsatz. Dabei zeigt das Gerät eine extrem hohe Präzision. Dr. Utech: „Gerade in der Tumorchirurgie kann ich mit da Vinci radikal operieren, also das Tumorgewebe bestmöglich entfernen, aber gleichzeitig die Nerven und Gefäße schonen, die für die Lebensqualität nach dem Eingriff so entscheidend sind. Und das alles passiert auf engsten Raum.“ Jeder Schritt während der Operation wird vom Chirurgen kontrolliert und direkt ausgeführt. Für Dr. Utech liegt die Zukunft der Bauchchirurgie in der roboterassistierten Chirurgie, aber er betont: „Das System kann weder programmiert werden noch kann es eigenständige Systembewegungen vornehmen. Der Arzt bleibt also der verantwortliche und entscheidende Akteur.“

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