Wir können Gesundheit

Anonyme und kostenfreie Beratung und STI-Testung am Weltfrauentag

Kath. Klinikum Bochum gGmbH – Universitätsklinikum der RUB am 03.03.21

Ein niedrigschwelliger Zugang zur Versorgung im Bereich der Sexuellen Gesundheit ist das Kernanliegen des WIR – Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin in Bochum. Mit besonderem Augenmerk auf Frauen* gibt es anlässlich des Internationalen Frauentages ein kostenfreies und anonymes Angebot zur Beratung und Testung auf STI (sexuell übertragbare Infektionen).

Das WIR lädt in Kooperation mit dem Gesundheitsamt der Stadt Bochum sowie der Aidshilfe Bochum am Weltfrauentag (8. März 2021) von 9.00 bis 16.00 Uhr zu einem offenen Testangebot ein. Frauen* können sich anonym und kostenfrei auf verschiedene STI testen lassen und zu diesem Zweck ohne Voranmeldung ins WIR kommen. (Aufgrund der Corona-Situation kann es zu Wartezeiten vor dem Gebäude kommen.) Darüber hinaus können sich alle interessierten Frauen* zu verschiedenen Themen der Sexuellen Gesundheit, Intimhygiene, Verhütung etc. informieren. Die Gynäkologin des WIR steht zwischen 13.30 Uhr und 16.00 Uhr für Einzelgespräche zur Verfügung.
Auch im Rahmen des Netzwerks „GutVernetzt“, gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes NRW, führen die Kooperationspartner des WIR in Münster und Umkreis Aktionen anlässlich des Weltfrauentags durch.

Der Weltfrauentag widmet sich traditionell denjenigen Themen, die die Gleichberechtigung aller Geschlechter betreffen. In diesem Jahr stehen Frauen* vor einer zusätzlichen, besonderen Herausforderung: Die Corona-Pandemie macht bestehende Ungleichheit wieder stärker spürbar – und dies betrifft nicht nur die Sphäre der Arbeitswelt, sondern auch viele andere Bereiche des täglichen Lebens. Das WIR in Bochum nimmt den Weltfrauentag erneut zum Anlass, die Sexuelle Gesundheit von Frauen* in den Blick zu nehmen.

Sexuelle Rechte und Sexuelle Gesundheit

Zwar ist in Deutschland, verglichen mit vielen anderen Ländern auf der Welt, die Selbstbestimmung von Frauen* in Bezug auf ihre sexuellen und reproduktiven Rechte groß. Doch gibt es auch hierzulande große Unterschiede, was das Wissen über Sexuelle Gesundheit und den Zugang zu entsprechenden Versorgungsstrukturen betrifft. Hierzu gehören viele Menschen: beispielsweise Personen ohne Krankenversicherung, Menschen in der Sexarbeit oder im Justizvollzug. Jedoch wird in der gesamten Bevölkerung das Sprechen über Sexualität noch immer als schwierig und schambehaftet angesehen. Die negativen Folgen dieser tabuisierten Sexualität sind vielfältig. Im WIR gibt es deshalb keine Tabus und Diskriminierung.

STI auf dem Vormarsch

Die Zunahme der STI bei heterosexuellen Menschen erfordert zwingend eine Strategie aus Prävention, Beratung, Diagnostik und Therapie. Besonders signifikant zeigt sich der STI -Anstieg bei Chlamydien und Humanen Papillomaviren (HPV). Mädchen und Frauen – von 14 bis 25 Jahren – können bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung jährlich auf Chlamydien getestet werden. Die anderen STI, beispielsweise Gonorrhoe (Tripper), Syphilis oder HIV, werden jedoch nicht regulär untersucht. Das Tückische an einigen STI ist, dass sie in vielen Fällen keine Symptome verursachen und daher unbemerkt bleiben, jedoch die Sexualpartner*innen infiziert werden können und teilweise schwerwiegende Erkrankungen (bei allen Geschlechtern) – bis hin zum unerfüllten Kinderwunsch – auslösen können.

Präventive Maßnahmen schützen zuverlässig

Seit einigen Jahren macht der International HPV Awareness Day nur wenige Tage vor dem jährlichen Weltfrauentag auf das Thema Humane Papillomaviren aufmerksam. In diesem Rahmen werden wichtige Aufklärungs- und Präventionsbotschaften vermittelt: Kondome schützen zwar vor vielen STI, aber beispielsweise HPV ist auch mit Kondom übertragbar. Humane Papillomaviren können bei Frauen zu Feigwarzen und insbesondere zu Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen sowie auch zu Rachenkrebs führen. Die HPV-Impfung schützt allerdings zu über 98% vor einer solchen Erkrankung. Was viele nicht wissen: Bereits seit 2018 empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission) die Impfung nicht nur für alle Mädchen und Frauen, sondern auch für Jungen und Männer. Eine Impfung ist für alle Geschlechter auch im Erwachsenenalter möglich.

Corona: Vorsorge nicht aus dem Blick verlieren

In Zeiten von Corona werden Vorsorgeangebote aus Angst vor einer möglichen COVID-19-Infektion in Praxen und Behandlungszentren teilweise zögerlicher angenommen, sodass STI sich möglicherweise besser unbemerkt verbreiten konnten. Nicht nur deshalb rät Professor Norbert H. Brockmeyer, Leiter des WIR und Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG e.V.): „Sexuelle Gesundheit betrifft uns alle, und zwar zu jeder Zeit. Auch und gerade in dieser Zeit ist wichtig: Präventionsbotschaften setzen, testen und STI therapieren, um Infektionsketten zu unterbrechen!“

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