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Schonender Katheter-Eingriff bei Lungenembolie

Schmerzfreies Verfahren mit kurzer lokaler Anästhesie

Kath. Klinikum Bochum gGmbH – Universitätsklinikum der RUB am 10.08.22

Die Lungenembolie ist weltweit die dritthäufigste kardiovaskuläre Akuterkrankung nach dem Myokardinfarkt und dem Schlaganfall. In diesem Fall setzen sich in den Lungenarterien Blutgerinnsel fest und gefährden dadurch die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Viele Patienten sterben an akutem Herzversagen, da der Verschluss oft zu spät oder gar nicht erkannt oder nicht suffizient behandelt wird. Für die Therapie eröffnet sich nun ein neuer Weg, den die Universitätsklinik für Kardiologie im St. Josef- Hospital Bochum (Direktor: Prof. Andreas Mügge) konsequent nutzt: Die so genannte ultraschallgestützte katheterbasierte Lyse-Therapie.

Bei einem drohenden Herz-Kreislaufstillstand infolge einer akuten schweren Lungenembolie bestand die bisherige Therapie meist aus einer Notfall-Operation oder aus einer sog. systemischen Thrombolyse, bei der große Mengen eines Spezialmedikamentes zur raschen Auflösung von Blutgerinnseln über eine periphere Vene verabreicht werden. Das grundsätzliche Risiko ist jedoch, dass dieses Medikament überall im Körper schwere Blutungskomplikationen verursachen kann, auch im Gehirn.

Seit wenigen Jahren besteht die Möglichkeit, die Blutgerinnsel „vor Ort in der Lunge“ direkt aufzulösen. Dies geschieht mit einem Katheter, der über einen Venenzugang in der Leiste in der Lungenarterie positioniert wird. Dieser Spezial-Katheter gibt lokal das Medikament ab und sendet gleichzeitig Ultraschallwellen aus. Dadurch wirkt das Medikament effektiver, und es reichen bedeutend geringere Mengen aus. Das Blutungsrisiko wird dadurch deutlich verringert.

In Betracht kommt das Verfahren besonders bei Patienten, die eine schwere Lungenembolie oder eine Kontraindikation gegen eine systemische Thrombolyse haben, zum Beispiel nach operativen Eingriffen oder bei Gerinnungsstörungen. Dr. Hani Al- Terki, Oberarzt der Kardiologie im St. Josef-Hospital, sieht mehrere Vorteile dieser interventionellen Technik: „Die Belastung für den Patienten ist gering. Er braucht nur eine kurze Lokalanästhesie von zehn bis 15 Minuten. Zudem bringen wir das Medikament durch den Katheter zielgenau zur verschlossenen Arterie und brauchen dadurch weniger davon.“

Außerdem wird die Therapie durch Ultraschall ergänzt, sodass das Medikament noch effizienter wirkt. Die Therapie wird für sechs Stunden durchgeführt. Schmerzen erleidet der Patient währenddessen nicht. Bereits zwei Tage nach dem Eingriff kann er die Klinik wieder verlassen. Zu den Risikofaktoren für eine Embolie (Thrombose) gehören langes, häufiges Sitzen bzw. Liegen, Gerinnungsstörungen, Übergewicht und Rauchen. Als gefährliche Anzeichen gelten plötzliche Luftnot sowie Brustschmerzen. „Dann“, so Dr. Al-Terki, „muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.“

Lunge & Atemwege

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