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Krankenhausreform, Nachhaltigkeit und mehr ambulante Leistungen

Im 10. Jahr: „Gesundheitswirtschaft managen – Best Practice für Entscheider“

St. Franziskus-Stiftung Münster am 8. Mai 2023

Am 3. und 4. Mai 2023 stand beim überregionalen Managementkongress in Münster mit rund 200 Teilnehmenden ein breites Spektrum von der Krankenhausreform über Nachhaltigkeit bis zu ambulanten Leistungen auf der Agenda. Insbesondere im Rahmen der aktuell geführten Verhandlungen und Gespräche auf Bundesebene zur Krankenhausreform und parallel auf Landesebene zur Umsetzung des Krankenhausplanes 2022 in NRW gab es viele Fragen und kontroverse Diskussionen, ergänzt durch konkrete Fallbeispiele.

Das Kongressleitungs-Team: Dr. Daisy Hünefeld, Vorstand der St. Franziskus-Stiftung Münster, führte mit Dr. Christian Heitmann, Partner und Leiter des Geschäftsbereichs Unternehmensberatung der Curacon GmbH (li.), und Prof. Dr. Peter Wigge, Fachanwalt für Medizinrecht (re.), durch die erfolgreiche 10. Auflage von „Gesundheitswirtschaft managen“

Der etablierte Branchenkongress in Münster mit rund 200 Teilnehmenden aus dem DACH-Raum wurde von Dr. Daisy Hünefeld, Vorstand der Franziskus Stiftung, eröffnet: „Im zehnten Jahr ist dieser Austausch über die immensen Herausforderungen der Krankenhauslandschaft, deren Finanzierung und die anstehenden politischen Weichenstellungen so dringend erforderlich wie nie zuvor! Dabei ist es uns wichtig mit Best Practice-Beispielen gleichzeitig auch Lösungen für die Branche aufzuzeigen – beispielsweise zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung oder der Ambulantisierung von stationären Leistungen.“ Bereichernd sei dabei, dass neben den Gesundheitsökonomen so viele Kliniker vor Ort seien, welche dies dann auch aus der medizinischen und pflegerischen Praxis beurteilen können.

Zentrale Themen, welche die Entscheider von Leistungserbringern und Kostenträgern sowie Vertreter aus Bundes- wie Landespolitik und Branchenverbänden aus ihren jeweiligen Perspektiven darlegten: Wird die Reform eine für oder gegen die Kliniken sein? Reicht die Finanzierung? Kommt es zu einer Entökonomisierung? Wie viele Kliniken werden schließen müssen? Bleibt die wohnortnahe Versorgung erhalten? Ist die Aus- und Weiterbildung von ärztlichem und pflegerischem Personal noch gesichert?

Am zweiten Tag stand ein Schwerpunktthema auf der Agenda, bei dem es wenig kontrovers zuging und der Weg allen klar angezeigt schien: Nachhaltigkeitsmanagement wird zentrale Führungsaufgabe, das Zielbild ist das klimaneutrale Krankenhaus und konkrete Beispiele für Energieeinsparungen sowie für Abfallvermeidung im Krankenhaus (wie bei Einmalinstrumenten in Operationssälen) und der hierarchieübergreifenden Einbindung von Mitarbeitenden fordern zur Nachahmung auf. Anhand der ESG- Kriterien und Kennzahlen für die Bereiche Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) wurden künftige Berichtspflichten sowie Anforderungen seitens Banken und Wirtschaftsprüfern deutlich.

Über die anstehende Krankenhausreform diskutierten mit der Kongressleitung: Prof. Dr. Boris Augurzky, Mitglied der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung (3. v. li.) und Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands e. V. (re.) sowie Bernadette Rümmelin, Sprecherin der Geschäftsführung des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschlands e. V. (KKVD) (2. v. li.)

Den Krankenhäusern in Deutschland steht eine erhebliche Umstrukturierung sowohl in Bezug auf die Leistungserbringung als auch in Bezug auf die Infrastruktur bevor betont Dr. Christian Heitmann, Partner und Leiter des Geschäftsbereichs Unternehmensberatung der Curacon GmbH. Hier kann es unterschiedliche Wege geben. Ein beeindruckendes Beispiel ist das Wiener Modell, in dem die Stadt Wien bis 2040 6,6 Mrd. Euro zur Umstrukturierung des Wiener Gesundheitsverbunds investiert. Oder die Alb-Fils-Kliniken, die ein komplett neues Krankenhaus im nächsten Jahr eröffnen werden. Die Nutzung des Schutzschirmverfahrens und deren Konsequenzen zur Kliniksanierung wurde greifbar am Beispiel der derzeit in Insolvenz befindlichen Imland Kliniken im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Die Ambulantisierung stationärer Leistungen nach dem Krankenhauspflegeentlastungsgesetz wurde aus Sicht des NRW-Gesundheitsministeriums ebenso wie aus Sicht der Krankenhäuser sowie der niedergelassenen Ärzte aufgerollt. Als Fazit zog Prof. Peter Wigge, Fachanwalt für Medizinrecht:
„Die Herausforderungen der Ambulantisierung sind insbesondere die Finanzierung und die Organisation.“

Zum Abschluss des Kongresses ging es um erfolgreiche Beispiele für Digitalisierung: So sorgen nutzenorientierte Lösungen wie Patientenportale, die elektronische Patientenakte und die Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit durch Closed Loop Medication schon heute für die Zukunftsfähigkeit der Gesundheitswirtschaft.

Informationen zum Managementkongress „Gesundheitswirtschaft managen“ finden Sie unter www.gesundheitswirtschaft-managen.de. Der nächste Kongress-Termin: 23. und 24. April 2024 in Münster.

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