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Neues aus der Viszeralchirurgie – Von BENO bis Robotik

Camp(us)-Lintforter Medizinische Gespräche:

St. Franziskus-Stiftung Münster am 5. Mai 2023

Seit vielen Jahren lädt das Kamp-Lintforter St. Bernhard-Hospital engagierte Mediziner aus der ganzen Region zu den „Camp(us)-Lintforter Medizinischen Gesprächen“ ein. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie standen das neue BENO-Konzept und die roboterunterstützte Operation mit dem Senhance-System. Es wird von den Lintforter Chirurgen seit einem halben Jahr mit sehr guten Ergebnissen angewendet. Mehr als 50 Ärzte, Ärztinnen und Pflegefachkräfte waren der Einladung zu dieser Fortbildung gefolgt.

Neben Fachleuten aus dem eigenen Haus hatte Chefarzt Prof. Dr. Gernot M. Kaiser mit Prof. Dr. Wolfgang Schwenk von der Gesellschaft für Optimiertes PeriOperatives Management (GOPOM) einen international renommierten Experten als Referenten eingeladen. Gemeinsam mit ihm hatten Gernot Kaiser und sein Team das BENO-Konzept für das Lintforter Haus etabliert. BENO steht für Bessere Erholung nach Operationen. Wolfgang Schwenk stellte die Grundlagen dieses Konzeptes vor und präsentierte anhand aktueller Studiendaten die positiven Effekte für die Patienten. Durch die besondere Begleitung und Behandlung eines speziellen Pflege- und Ärzteteams bereits vor der Operation, direkt nach dem Eingriff und bis hin zur Entlassung werden die Patienten deutlich schneller mobilisiert, können bereits wenige Stunden nach der Operation wieder Trinken und Essen und haben insgesamt weniger Komplikationen.

Die Einführung von roboter-unterstützten Operationen, die Gernot Kaiser und sein Team seit Ende letzten Jahres einsetzen, war ein weiteres zentrales Thema der Veranstaltung. Die Chirurgen nutzen die Robotik derzeit bei Operationen der Gallenblase, bei Leistenbrüchen und Eingriffen am Dickdarm. Inzwischen wurden über 60 Operationen mit dem Senhance-System durchgeführt. Das Besondere an diesem Roboter ist die vorhandene Haptik, die Operateure steuern die Instrumentenarme über eine Bildschirmkonsole bei der Operation. Die Robotik hat darüberhinaus den Vorteil, dass die Arme sehr vorsichtig geführt werden können, so dass die Operationen mit 3D-Technik noch schonender und präziser durchgeführt werden als durch die heute übliche Schlüsselloch-Chirurgie.

Als weitere Referentin sprach Dr. Carolyn Bormann über Neuigkeiten im BENO-Konzept und Katja Marx berichtete über den Robotik-Einsatz im St. Bernhard-Hospital. Darick Fidan, Chirurg, und die Pflegefachkraft Christiane Schmidt zeigten in ihrer Fallanalyse sehr anschaulich auf, wie hilfreich ein gemeinsamer Einsatz des BENO-Konzeptes und der Robotik für die Patienten bei geplanten Operationen ist.

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