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Kein Durst mehr vor der OP

Neue Regelung vor Operationen und Eingriffen

Klinikum Dortmund am 31. März 2026

Sechs Stunden vor einer Operation nichts essen, zwei Stunden vorher nichts trinken – diese Nüchternheitsregel galt lange als Standard. In der Praxis bedeutete das für viele Patientinnen und Patienten oft: ab Mitternacht vollständig auf Essen und Trinken verzichten.

Das Klinikum Dortmund führt nun eine neue, patientenfreundlichere Regelung ein: Klare Flüssigkeiten dürfen bis zum Abruf in den OP getrunken werden. Das heißt: Bis zum Transport in den OP-Saal ist Trinken erlaubt und ausdrücklich erwünscht.

Grundlage für die Anpassung sind aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Die bislang angenommene erhöhte Gefahr, dass Mageninhalt während der Narkose in die Atemwege gelangt (Aspirationsrisiko), konnte durch internationale Studien für gesunde Patientinnen und Patienten nicht bestätigt werden.

Erlaubt sind Wasser, Tee, schwarzer Kaffee (ohne Milch) sowie klare Fruchtsäfte ohne Fruchtfleisch. „Grob gilt: Man darf alles trinken, durch das man durchschauen kann – und Kaffee“, sagt Anästhesiearzt Jonas van Bömmel-Wegmann.

Mit der neuen Regelung verfolgt das Klinikum das Ziel, das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten zu verbessern und Komplikationen zu reduzieren. „Narkosen sind sicher, bedeuten aber eine Belastung für den Körper. Deshalb sollten Patientinnen und Patienten nicht länger als notwendig auf Essen und Trinken verzichten“, sagt Prof. Dr. Richard Ellerkmann, Direktor der Klinik für Anästhesiologie.

Eine interne Erhebung zeigte, dass rund die Hälfte der Patientinnen und Patienten bereits zwölf Stunden vor der OP kaum oder gar nichts mehr trank. Dies kann negative Folgen haben: Studien weisen darauf hin, dass ausreichende Flüssigkeitszufuhr unter anderem Komplikationen während Eingriffen reduzieren und das Risiko für Verwirrtheitszustände nach der Operation senken kann.

Individuelle ärztliche Anweisungen bleiben weiterhin maßgeblich. Für bestimmte Patientengruppen oder Eingriffe gelten Ausnahmen. Entsprechende Hinweise erhalten Patientinnen und Patienten im Rahmen der Aufklärungsgespräche.

Ziel des neuen Konzepts ist eine insgesamt schnellere Erholung. Dazu gehört auch, möglichst früh wieder auf Infusionen zu verzichten und selbstständig zu trinken sowie aus dem Bett aufzustehen.

Weitere Informationen erhalten Patientinnen und Patienten im Rahmen der präoperativen Aufklärung sowie auf der Internetseite des Klinikums.

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