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Jubiläum auf Generalversammlung gefeiert

FAIR BANKING als Zukunftsmodell

Bank im Bistum Essen eG am 24. Juni 2026

„Zieht euch warm an, es wird heiß“ lautete der Vortragstitel von Gastredner Sven Plöger auf der diesjährigen Generalversammlung der BIB – BANK IM BISTUM ESSEN (BIB). Und wohl kaum ein Titel hätte in dieser heißen Woche besser passen können. Trotz der Temperaturen waren die rund 900 Gäste in Halle 8 der Messe Essen bester Stimmung und feierten mit der BIB ihr 60-jähriges Jubiläum.

Dr. Peter Güllmann, Vorstandssprecher, Fotocredit: BIB FAIR BANKING
Dr. Peter Güllmann, Vorstandssprecher, Fotocredit: BIB FAIR BANKING

„Wir müssen über die Welt sprechen, in der wir wirtschaften – und über die Verantwortung, die wir in dieser Welt tragen. Darum sprechen wir heute nicht nur über Zahlen, sondern über Haltung.“ So eröffnete Dr. Peter Güllmann, Vorstandssprecher der BIB, die diesjährige Generalversammlung. Seine weiteren Ausführungen spannten den Bogen von wirtschaftlicher Stabilität, verlässlichen Finanzmärkten und Vertrauen bis hin zu Demokratie als Standortfaktor. Denn Unternehmen, so Güllmann, investierten nur dort, wo Regeln gälten, Gerichte unabhängig und Verwaltungen berechenbar seien, Minderheiten geschützt würden und wo gesellschaftlicher Frieden herrsche. Deshalb sei der Schutz der Demokratie für Banken kein Thema am Rande, er gehöre vielmehr zum Fundament des Geschäftsmodells der BIB.

Güllmann erklärte, warum der Weg, den die BIB geht, nicht immer der einfachste ist: Weil sie bewusst Branchen finanziere, die gesellschaftlich unverzichtbar sind, aber wirtschaftlich stark unter Druck stünden; Krankenhäuser, die mit Reformdruck, Investitionsstau, Personalmangel und begrenzten Erlösmöglichkeiten kämpften, Pflegeeinrichtungen, die mit Kostendruck und demografischem Wandel konfrontiert seien. Einrichtungen der Sozialwirtschaft, die in Gebäude, Digitalisierung, Energieeffizienz und Fachkräfte investieren müssten. Gesellschaftlich dringend notwendiges bezahlbares Wohnen, das durch steigende Baukosten, Zinsen, Regulierung und energetische Anforderungen schwieriger geworden sei. „Sie alle,“ so Güllmann, „brauchen Banken, die ihre Geschäftsmodelle verstehen und die auch dann ansprechbar bleiben, wenn Geschäftsmodelle komplexer werden und Risiken nicht in einfache Schubladen passen. Eine Bank wie die BIB.“

Aus dem Jahresabschluss der BIB Die Bilanzsumme der BIB lag zum Jahresende bei rund 6,7 Milliarden Euro – erneut Rekordniveau. Die Kundenkredite lagen bei rund 4,5 Milliarden Euro und sind, wie die Kundeneinlagen, gestiegen. Das Provisionsergebnis hat sich im zurückliegenden Jahr nur leicht reduziert und liegt mit rund 9 Milionen Euro p.a. auf einem zufriedenstellenden Niveau. Das Betriebsergebnis vor Bewertung lag bei rund 18 Millionen Euro, der Jahresüberschuss mit rund 7 Millionen Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Auch Kennzahlen wie die LCR und NSFR lagen im zurückliegenden Jahr 2025 deutlich über den regulatorischen Anforderungen – ein Ausdruck von Solidität. In der weiteren Planung nimmt die BIB eine verbreiterte Refinanzierungsbasis in den Blick, den Ausbau der Eigenanlagenaktivitäten und einen weiteren Ausbau des Vertriebs für eine umfassende Neukundengewinnung.

Jubiläums-Specials So wurde auf der Generalversammlung eine besondere NeukundInnen-Spendenaktion kommuniziert: Für jede neue Kundin, jeden neuen Kunden spendet die BIB 60 Euro an die Essener Suppenküche. Um das Engagement der BIB gegen den Hunger in der Welt zu unterstreichen, war die Essener Suppenküche mit einer Kochlöffel-Spendenaktion vor Ort.
Ein besonderes Kombi-Produktangebot gilt ab 1. Juli 2026: 6% für 6 Monate p.a. plus Mikrofinanzfonds. Bei einer Mindesteinlagesumme von 10.000 Euro fließen 50% der Geldanlage zu den üblichen Bedingungen aus dem Anlageprospekt in einen Mikrofinanzfonds und 50% in ein sechsmonatiges Festgeld zu 6% (eine Art Jubiläumszins, denn der Geldmarktsatz für sechsmonatige Anlagen lag 1966 im Gründungsjahr der BIB bei 5,99 %).

Tagen und Feiern Bei der ordentlichen Generalversammlung wurden Pater Dr. Michael Baumbach und Dr. Heinz Joachim Koch als Aufsichtsratsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt und eine Dividendenausschüttung in Höhe von 4 % vereinbart.
Beim anschließenden Festakt, der von den Chris Hopkins International Swing Stars musikalisch und unterhaltsam begleitet wurde, fanden Julia Klewin, zweite Bürgermeisterin der Stadt Essen, und Generalvikar Klaus Pfeffer wertschätzende Worte für 60 Jahre BIB: Pfeffer betonte in seinem Grußwort, dass die BIB als Bank, die für ethische Werte steht, Dienstleister und Möglichmacher für soziale Institutionen sei. Dass sie, einem Wort von Papst Franziskus folgend, verstanden habe, dass Geld nicht regiert und kein Machtinstrument ist, sondern den Menschen diene. Er schätze die BIB auch als kritischen Partner, der ernsthaft berät. Klewin betonte, wie Unternehmen in Essen gemeinsam daran arbeiteten, den Standortvorteil zu nutzen und zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort zu machen. Sie dankte der BIB für ihre Großzügigkeit, etwa bei ihrem Engagement beim Essener Umweltpreis und lobte auch die Generationenverantwortung der BIB und besondere Projekte wie die female finance-Beratung. Ihr Schlusssatz: „Machen Sie weiter so, denn die Menschen in dieser Stadt brauchen Sie.“

Gastredner Sven Plöger, Diplom-Meteorologe, Autor und Wettermoderator zog das Publikum mit seinen Ausführungen zu „Zieht euch warm an, es wird heiß“ in seinen Bann. Und er hätte sich vermutlich kaum eine passendere Wetter-Woche für seine Ausführungen aussuchen können – zum Glück war die Halle klimatisiert. „Zur Physik brauchen wir keine Meinung, wir müssen sie verstehen“, war sein Einstieg. „Aber was“, so Plögers Frage, „machen wir mit unserem Wissen? Wie gehen wir damit um? Dazu gehören Debatten. Und die sind schwierig.“ Er führte aus, dass Entscheidungen für Gesellschaften idealerweise aus Sachüberlegungen erfolgen und nicht durch das Interesse einzelner bestimmt sein sollten. Es ginge schließlich auch um nachfolgende Generationen. Er zeigte auf, dass Hoimar von Ditfurth bereits in den 1980er Jahren den Klimawandel erläuterte. Seine Folgerung: „Wir haben kein Wissensproblem, wir haben ein Handlungsproblem!“

Ohne reißerisch zu werden, untermauerte Plöger seinen Vortrag mit Beispielen: In der Arktis verlieren wir derzeit 29 Millionen Tonnen Eis pro Stunde. Fünfmal so viel wie in den 1980er Jahren. Wir erhalten von der Sonne 6.000 Mal so viel Energie als wir brauchen. Wir nutzen aber weniger als zehn Prozent. Tage mit über 35 Grad haben sich seit den 1960er Jahren verzwanzigfacht.

„Ich bin kein Dystop“, so Plöger. „Fakt ist, es wird auf dieser Welt eine Transformation geben. Die Frage ist nur, ob wir agieren oder reagieren? Ob wir das Problem lösen oder ob das Problem uns löst?“ Sein Fazit: „Wir brauchen Rahmenbedingungen, die dafür sorgen, dass diejenigen, die die Umwelt verschmutzen nicht reicher werden als die, die sie sauber halten.“

„60 Jahre BIB“, so fasst Dr. Güllmann zusammen, „sind kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Aber sie sind ein Beweis dafür, dass werteorientiertes Banking funktionieren kann – wirtschaftlich solide, menschlich zugewandt und gesellschaftlich relevant. Sie sind ein Auftrag, diesen Weg weiterzugehen – mit der festen Überzeugung, dass Geld nicht neutral ist, sondern Wirkung entfaltet.“

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