Gesundheitsmetropole Ruhr Themen

Lungenkrebsscreening: Früherkennung verbessert Heilungschancen enorm

MediTALK-Reihe im Klinikum Dortmund mit zwei Experten

Klinikum Dortmund am 10. Juli 2026

Wie kann Lungenkrebs entdeckt werden, bevor Beschwerden auftreten? Wer profitiert von dem neuen Lungenkrebsscreening? Und wie läuft die Untersuchung ab? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des mediTALKs am 8. Juli im Klinikum Dortmund. Rund um das neue, von den gesetzlichen Krankenkassen finanzierte Screening-Programm informierten Prof. Dr. Georg Nilius, Direktor der Klinik für Lungenheilkunde, und Prof. Dr. Stefan Rohde, Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie.

Prof. Dr. Stefan Rohde erläuterte das Verfahren und die Vorteile des Niedrigdosis-CTs. (Foto Lukas Wittland/Klinikum Dortmund)

„Lungenkrebs ist die tödlichste Krebserkrankung, die wir haben“, erläuterte Prof. Nilius. Da die Lunge keine Schmerzfasern besitzt, bleiben kleine Tumoren häufig lange unbemerkt. Treten Beschwerden auf, ist die Erkrankung oft bereits weit fortgeschritten. Ziel des Screenings sei es deshalb, Tumoren in einem frühen Stadium zu entdecken. „Wir wollen die kleinen Tumoren finden, bei denen die Heilungschancen gut sind“, sagte der Lungenfacharzt.

Das neue Screening richtet sich an Menschen zwischen 50 und 75 Jahren, die stark rauchen oder über viele Jahre geraucht haben. Die Untersuchung erfolgt mittels Niedrigdosis-Computertomographie (Low-Dose-CT). Sie dauert nur rund zehn Sekunden, kommt ohne Kontrastmittel aus und ist vollkommen Schmerzfrei. Die Strahlenbelastung ist im Vergleich zu einem herkömmlichen CT um ein vielfaches geringer. „Für die Lunge reicht eine minimale Dosis“, erklärte Prof. Rohde.

Die Aufnahmen werden von speziell zertifizierten Radiologinnen und Radiologen beurteilt und zusätzlich durch Künstliche Intelligenz (KI) kontrolliert. Auffällige Befunde werden anschließend in einem qualifizierten Lungenkrebszentrum interdisziplinär bewertet. „Das Zusammenspiel aus moderner Bildgebung, erfahrenen Fachleuten und KI hilft uns dabei, auch sehr kleine Veränderungen zuverlässig zu erkennen“, sagte Prof. Rohde. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen anschließend Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen gemeinsam. „Das sind sehr komplexe Entscheidungen, die viel Erfahrung erfordern und die wir gemeinsam und verantwortungsvoll treffen“, betonte Prof. Nilius.

Im Anschluss an die Vorträge nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, den beiden Referenten persönliche Fragen zum Screening-Programm und zur Früherkennung zu stellen.

Ein Video der kompletten Veranstaltung ist auf den Kanälen des Klinikums Dortmund bei YouTube und Spotify abrufbar.

Info:
 Das Lungenkrebsscreening wurde in Deutschland am 1.4.2026 gestartet. Gesetzlich Versicherte können sich bei ihrem Hausarzt oder Lungenfacharzt erkundigen, ob sie die Voraussetzungen für das Screening erfüllen. Die Niedrigdosis-CT-Untersuchung wird dann bei den kooperierenden niedergelassenen Radiologen durchgeführt.

© 2026 MedEcon Ruhr - Netzwerk der Gesundheitswirtschaft an der Ruhr

Wir können Gesundheit Wir können Gesundheit